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Pantheon Casino: Der Tod steht ihm gut

Pantheon Casino : Der Tod steht ihm gut

"Herzlich willkommen im Pantheon Casino zum kollektiven Selbstmord", ruft dieser seltsame Kuttenträger, bevor er in die Knie geht, die Arme anwinkelt und mit den Ellenbogen wedelt. Ententanz heißt das normalerweise. Totentanz in diesem Fall.

Denn es ist der Schnitter höchstpersönlich, der da auf der Bühne steht und die Anwesenden, darunter 15 Angestellte des Bonner Bestattungshauses Muss, von einem Lachanfall in den nächsten führt. Todesursache Zwerchfellversagen. Erst Fan werden, dann Kunde.

Doch wenn es nach dem Tod geht, sollte zwischen diesen beiden Zuständen zumindest etwas Zeit vergehen. Denn der Sensenmann hat ein Imageproblem: Die meisten Menschen fürchten ihn, und wenn sie ihn herbeisehnen, dann eher für andere als für sich selbst. "Häufig kriege ich Briefe: Lieber Tod, hilfst du auch bei Eheproblemen?", erzählt er mit seiner ungewohnt hohen Stimme.

Um die Antwort zu geben: Ja, er hilft. Nur wem? Und hilft das, sein Ansehen zu verbessern? Eher nicht, hat sich Freund Hein gedacht und steht seitdem auf deutschen Bühnen, um für einen Mordsspaß zu sorgen. Was ihm auch ganz gut gelingt. All dies wirkt zusammengefasst etwas absurd und albern. Ist es auch. Aber nie niveaulos. Vielmehr gelingt es dem unter dem Kostüm steckenden Berliner Komiker Absalom Reichardt, immer wieder vor dem Abgrund in die Banalität eine Kehrtwende zu machen.

Manchmal etwas stolpernd, aber wenigstens in die richtige Richtung. Der Tod erlaubt eben vieles. Selbst Blockflöten- und Harmonikaspiel. Oder ein Abschlusstanz im Gangnam Style. "Mann, das ist so peinlich", sagt der Schnitter. Und macht es trotzdem. Alles für ein besseres Image.