Fracking: Hauptsache, wir haben drüber gesprochen

Fracking : Hauptsache, wir haben drüber gesprochen

Es gibt diese Tage, da sind wir echt beeindruckt von diesem Bonner Stadtrat und seinen wegweisenden Beschlüssen. Gerade jetzt wieder.

Das höchste politische Gremium der Bundesstadt fordert den Bund auf, das so genannte "Fracking" - also das hydraulische Aufbrechen von Gestein in tiefen Tiefen zur Gewinnung von fossilen Energieträgern - zu untersagen.

Man darf sicher sein, daran wird der Bund mächtig zu knabbern haben. Aber die Bürger Bonns können aufatmen, dass diese vielkritisierte Form der Energiegewinnung ab jetzt verboten wird. Zwar hat bereits die Landesregierung entschieden, dass in NRW so etwas nicht in Frage kommt, und auch sonst steht nirgendwo in Bonn aktuell dieses "Fracking" an, aber sei's drum. Doppelt genäht, hält besser, auch wenn man - so wie hier der Bonner Stadtrat - überhaupt nicht zuständig ist.

Nehmen wir's einfach als Arbeitsnachweis der Bonner Volksvertreter, schließlich beschäftigen die sich ja häufiger mal mit Dingen, hinter denen der Bürger nicht unbedingt eine Notwendigkeit sieht. Den Nörglern von CDU und FDP, die im Stadtrat nicht über alle Themen dieser Welt diskutieren wollen, müssen wir leider entgegen halten: Ja, meine Güte, wer wird das denn so eng und verkrampft sehen? Man kann doch auch nett über Gorillas im Nebel oder Bohrinseln vor Schottland plaudern.

Da spielt ein eigentlich unsinniger Beschluss über "Fracking" am Ende doch auch keine Geige mehr, sieht man mal von der verlorenen Lebenszeit ab. Aber gut, dass wir drüber gesprochen haben.