Amtsgericht in Bonn: Wie ein Rüde einen Rosenkrieg auslöste

Amtsgericht in Bonn : Wie ein Rüde einen Rosenkrieg auslöste

Wem gehört ein Hund, wenn zwei Menschen sich trennen? Beim Verteilen des gemeinsamen Hausrats konnte sich ein Bonner Paar noch mit Anstand einigen, aber als es um den Hund ging, begann der Rosenkrieg.

Die flauschige Elo-Züchtung aus Eurasier, Bobtail und Chow-Chow hatte das unverheiratete Paar im Mai 2012 für 985 Euro bei einem Züchter gekauft. Als der Welpe in die Wohnung des Paares einzog, war er gerade einmal drei Wochen alt. Drei Jahre später dann die Trennung – und der Streit, wem der Hund gehört, begann.

Der Trennungsfall liegt jetzt vor dem Bonner Amtsgericht: Die Ex-Freundin hat den Mann auf Herausgabe des geliebten Hundes verklagt. Denn als der Bonner aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen sei, habe er den dreijährigen Deckrüden schlichtweg mitgenommen. Allerdings räumt sie auch ein, dass sie den Auszug des Rüden damals zugelassen habe, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Dennoch ist die Klägerin weiterhin überzeugt: Das Tier befindet sich im gemeinsamen Eigentum der Parteien.

"Tag und Nacht um den Vierbeiner gekümmert"

Für den Mann hingegen ist sonnenklar, dass er der alleinige Eigentümer ist: Immerhin werde er in den Zuchtbüchern des „streitgegenständlichen Hundes“, der einen adeligen Titel trägt, allein als Eigentümer geführt. Auch die Tierhalterversicherung laufe ausschließlich auf seinen Namen.

Ganz abgesehen von papiernen Belegen, habe er sich Tag und Nacht um den Vierbeiner gekümmert. Etwa bei nächtlichen Spaziergängen oder dem regelmäßigen Besuch der Hundeschule. Und schließlich hätte seine ehemalige Gefährtin bei der Aufteilung der Haushaltsgegenstände das ganze Mobiliar bekommen. Im Gegenzug sei ihm der Hund übereignet worden.

Wie also teilt man einen Hund, wenn er wirklich beiden gehören sollte? Auszahlen? Oder eine zeitlich begrenzte Nutzung, zwei Wochen hier, zwei Wochen da? Die deutsche Rechtsprechung ist in solchen Fällen bislang widersprüchlich. Für den Mann ist die Klage „nur Schikane“: Immerhin habe sich seine Ex-Freundin längst einen eigenen Hund gekauft – und der soll sogar ein Nachwuchs von seinem Tier sein.