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Häuser weiter geöffnet: Verfügung zu Hotel-Schließungen in Bonn liegt noch immer nicht vor

Häuser weiter geöffnet : Verfügung zu Hotel-Schließungen in Bonn liegt noch immer nicht vor

Wegen der Corona-Krise sollten eigentlich alle Hotels in Bonn komplett schließen. Eine entsprechende Anordnung der Stadt ist jedoch nach GA-Informationen noch immer nicht erlassen worden - weil Unklarheit darüber besteht, wo Geschäftsreisende der kritischen Infrastruktur künftig übernachten sollen.

Anders als von der Stadt Bonn am Sonntag beziehungsweise Montag angekündigt, ist die Allgemeinverfügung zur kompletten Schließung aller Hotels in Bonn wegen der Corona-Krise noch nicht erlassen. Das hat bei mittelständischen Betrieben für Unmut gesorgt, erfuhr der GA am Mittwoch. Bisher dürfen Geschäftsreisende noch in Hotels und Pensionen übernachten. Ausgeschlossen sind laut NRW-Landeserlass Touristen.

„Wir  warten auf eine behördliche Anordnung zur Schließung, sonst haben wir keine Rechtssicherheit, um unsere finanziellen Ansprüche geltend zu machen“, ist Ute Baden vom Europa-Hotel überzeugt. Sie halte deshalb ihr 110-Betten-Haus in der City nach wie vor offen, „obwohl ich keine Gäste mehr habe.“ Sie habe gehört, dass einzelne Hotels eine Komplettschließung verweigern wollten. „Ich hoffe, dass alle  überzeugt werden können zu schließen“, so Baden, die regelrecht um ihre Existenz fürchtet.

Der Deutsche  Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) hatte sich an die Stadt gewandt und um eine Komplettschließung der Übernachtungsbetriebe in Bonn gebeten.  Zu dem Zeitpunkt war die Stadt davon ausgegangen, so OB Ashok Sridharan am Mittwoch auf GA-Nachfrage, dass alle Betreiber damit einverstanden gewesen seien. Deshalb habe die Stadt die Allgemeinverfügung vorbereitet.

Aufgrund der Berichterstattung über die anstehende Schließung hätten sich jedoch Hoteliers an die Stadt gewandt und sich gegen eine Schließung auch für Geschäftsreisende ausgesprochen. „Wir haben den Ball an die Dehoga zurückgespielt und erwarten, dass sie eine mit allen abgestimmte Lösung vorlegt“, sagte Sridharan. Auch müsse geklärt werden, wo Personen übernachten können, die in systemrelevanten Berufen tätig seien und Dienstreisen unternehmen müssten. „Für diese Personen und diejenigen, die aufgrund von Reisebeschränkungen nicht nach Hause können, müssen Lösungen gefunden werden. Wir können niemanden in die Obdachlosigkeit schicken“, so der OB.

Henrik Große-Perdekamp leitet das Maritim-Hotel in Bonn. Der Hotelchef verwies auch auf auswärtige Gäste,  deren Angehörige, darunter auch Kinder, in Bonner Krankenhäusern lägen. „Sie müssen ja untergebracht werden.“ Er warte jetzt ab, was die Dehoga entscheide, entsprechend werde sich sein Haus verhalten. Er könne sich vorstellen, Betten für Personen mit systemrelevanten Berufen weiter zur Verfügung zu stellen.

Von der Dehoga war am Mittwoch noch keine Auskunft darüber zu erhalten, ob es inzwischen eine abgestimmte Meinung zu einer möglichen Komplettschließung gibt und wie man weiter vorgehen wolle.