Kommentar zur Viktoriabrücke: Teures Versäumnis

Kommentar zur Viktoriabrücke : Teures Versäumnis

Nach dem Abbruch der Viktoriabrücke folgt jetzt der Neubau. Mit der Fertigstellung rechnet die Stadt Ende 2021.

Täglich dasselbe Bild im Berufsverkehr: Die Autos stehen Stoßstange an Stoßstange und quälen sich im Schneckentempo über die Viktoriabrücke. Erschwerend hinzu kommt neuerdings die Kanalbaustelle an der Kreuzung Bornheimer Straße/Hochstadenring, durch die die Situation dort noch unübersichtlicher geworden ist. Kein Wunder, das viele genervt sind: Autofahrer, Radfahrer und auch die Fußgänger.

Letztere müssen sich den Bürgersteig obendrein in beide Richtungen teilen. Keine gute Lösung – oftmals sind brenzlige Situationen zu beobachten, etwa, wenn Radler gefährlich nahe an Fußgängern vorbeifahren. Und die Lage wird sich in den nächsten zwei Jahren – voraussichtlich auch noch länger – nicht ändern. Augen zu und durch, kann man da allen Verkehrsteilnehmer nur noch empfehlen. Selbstverständlich nur im übertragenen Sinne...

Mit der Viktoriabrücke ist es halt nicht anders als mit vielen anderen Brücken im Lande, die so marode sind, dass sie abgerissen und saniert werden müssen. Ja, man kann der öffentlichen Hand insgesamt vorwerfen, den Sanierungsstau bei den Straßen und Brücken bewusst in Kauf genommen zu haben. Ein teures Versäumnis. Anderseits hat mit den Jahren der Verkehr enorm zugenommen. Zudem sind viele der vor Jahrzehnten gebauten Straßen und Brücken gar nicht auf das Gewicht der heutigen Riesen-Brummis ausgerichtet.

Bleibt nur zu hoffen, dass es der Stadt gelingt, den Zeit- und Kostenplan (anders als bei der Beethovenhalle) einigermaßen einzuhalten. Auf jeden Fall muss beim zweiten Bauabschnitt, wenn die westliche Brückenseite abgerissen und erneuert wird, für die Fahrradfahrer und Fußgänger eine deutlich bessere Lösung auf den Tisch.

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