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Umstrittene Fassade am Hauptbahnhof: Stadt Bonn wünscht sich hellere Steine im Nordfeld

Umstrittene Fassade am Hauptbahnhof : Stadt Bonn wünscht sich hellere Steine im Nordfeld

Die Politik hat die Verwaltung beauftragt, mit dem Investor zu verhandeln. Der Architekt verteidigt die Auswahl. Die Stadt wünscht sich hellere Steine für die Fassade.

Die Verwaltung soll mit dem Bauherrn „Die Developer“ und den beauftragten Architekten für das Bauprojekt Urban Soul noch einmal Gespräche über die Gestaltung der Fassade führen. Das hat der Planungsausschuss am späten Mittwochabend beschlossen. Die Politiker wünschen sich einen Stein, der stärker dem Bild entspricht, das zuletzt in Visualisierungen zu sehen war.

Wie der General-Anzeiger am Donnerstag berichtete, haben sich die Eigentümer nach Absprache mit der Stadtverwaltung für einen dunkleren Stein entschieden. CDU und Allianz für Bonn lehnen die neue Fassade ab und haben entsprechende Dringlichkeitsanträge gestellt. Ein Recht auf Einfluss der Fassadengestaltung der Bauten gegenüber dem Hauptbahnhof haben Verwaltung und Politik zwar nicht, wie Stadtbaurat Helmut Wiesner klarstellte, aber der Bauherr habe in einem Telefongespräch mit der Verwaltung Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Doppelt gebrannter Stein

Am öffentlichen Ausschuss nahm als Zuhörer auch Ronald Pietsch, Architekt der Developer, teil. Gegenüber dem GA sagte er, der ausgesuchte doppelt gebrannte Stein sei sehr hochwertig. Zur Auswahl hätten letztlich geführt, dass die beiden Bauten Lifestyle-Haus neben dem Maximilian-Center und das Hotel Richtung Thomas-Mann-Straße sich in die Umgebung mit Hauptbahnhof und Gründerzeithäusern in der Maximilianstraße einfügen müssten.

„Der Stein wirkt auf den veröffentlichten Fotos wesentlich dunkler, als das bei Tageslicht der Fall ist“, erklärte Pietsch. Es handle sich durchaus um „bräunlich-graue, aber warme Farbtöne“ wie von der Politik gewünscht. Musterproben konnten die Ausschussmitglieder im Ratssaal begutachten. Tatsächlich wirkten sie heller als auf den Fotos, die die Stadt der Politik zur Verfügung gestellt hatte.

Henriette Reinsberg (CDU) war dennoch der Auffassung, dass „gerade die rustikale Anmutung“ nicht mehr den zwischenzeitlich abgeänderten Plänen entspreche. Auch Hartwig Lohmeyer (Grüne) sprach von einem „leblosen Farbton“. Aus Sicht von Hans Friedrich Rosendahl (Allianz für Bonn) entspreche der Klinker „nicht unseren Vorstellungen“. Er sieht ein „öffentliches Interesse“ an der Außengestaltung des zentralen Gebäudes.

Pietsch will nun die Verwaltung bei einem weiteren Ortstermin mit den Architekten von der Qualität und der Wirkung der Klinker überzeugen. Er betont auch, dass – wie angekündigt – das Lifestyle-Haus einen helleren Stein bekommen solle als das Hotel daneben. Die Roharbeiten für den Hochbau sollen Ende Januar/Anfang Februar beginnen. Die Montage der Fassadensteine soll planmäßig ab dem dritten Quartal erfolgen.