Kommentar zu Erotikvideos im Straßenraum: Schlüpfrige Werbung

Kommentar zu Erotikvideos im Straßenraum : Schlüpfrige Werbung

Die Videos, die die Firma Ströer öffentlich als Reklame ausstrahlt, werben für Erotikportale, die Dienste für Erwachsene anbieten. Es ist richtig, dass die Werbung nun nicht mehr ausgestrahlt wird.

Wenn man sich die Erotikwerbung anschaut, die auf den großen Displays im Hauptbahnhof gezeigt wurde und auf einigen Plakatwänden auch noch wird, ist sie in der heutigen Zeit nicht besonders aufsehenerregend. Ehrlich gesagt, könnten es auch sechs Damen sein, die die neue Unterwäschekollektion einer großen Modekette vorstellen.

Wer durch die Bonner Fußgängerzone geht, sieht mindestens genauso viel nackte Haut – wenn nicht sogar noch mehr. Verwerflich ist das nicht. Das eigentliche Problem ist, wofür geworben wird. Dahinter steckt ein Online-Erotikportal, das nicht jugendfreie Dienste verkauft, die teilweise als Partnerbörse getarnt sind.

Auch wenn die Stadt Bonn für diese Reklame nicht verantwortlich ist, fällt sie doch auf die Bundesstadt zurück. Schließlich wird sie an öffentlichen und prominenten Plätzen präsentiert – die Gelder, die vom Konzessionär dafür gezahlt werden, fließen in den städtischen Haushalt. Deshalb ist es richtig und wichtig, dass es genaue vertragliche Regelungen in einem Konzessionsvertrag gibt.

Verstößt etwas gegen die guten Sitten oder ist gar gewaltverherrlichend, ist der Konzessionär dazu verpflichtet, die Werbung zu entfernen. Im Idealfall würde man die Reklame natürlich prüfen, bevor sie ausgestrahlt wird. Damit eine solche Panne nicht noch einmal passiert.

Das Unternehmen Ströer, das die Bonner Werbetafeln bespielt, hat einen Jugendschutzbeauftragten, der die Reklame vorab prüft. In diesem Fall war das Motiv nach Aussage von Ströer „strittig“, weshalb es nur nach 21 Uhr gezeigt worden sei. Nach den Beschwerden sei entschieden worden, das Werbevideo nicht mehr auszustrahlen. Gut so.

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