Erhöhte Messwerte: Quecksilberalarm bei den Medizinern der Uni Bonn

Erhöhte Messwerte : Quecksilberalarm bei den Medizinern der Uni Bonn

Die Bonner Universität sperrt den Keller des denkmalgeschützten Institutsgebäudes an der Meckenheimer Allee und begibt sich auf die Suche nach der Kontaminationsquelle.

Die Universität Bonn hat ein Problem in einem Institutsgebäude an der Meckenheimer Allee. Dort wurde im Keller Quecksilber in der Raumluft festgestellt. Die Ursachenforschung läuft, ein Teil des markanten Gebäudes mit dem davor stehenden Denkmal des berühmten Naturwissenschaftlers August Kekulé ist nun bis auf weiteres gesperrt.

Wie die Universität bekannt gab, wurde im Frühjahr ein Messgerät beschädigt, wobei eine geringe Menge Quecksilber freigesetzt worden sei. Seinerzeit habe man das Schwermetall chemisch gebunden und beseitigt. Anschließend routinemäßig durchgeführte Luftmessungen hätten dann erhöhte Quecksilber-Werte ergeben, die sich jedoch nicht durch den erfolgten Austritt von Quecksilber erklären ließen.

Die Quelle der aktuellen Belastung gilt mithin als unbekannt. Also entschloss man sich, auch entfernter liegende Räume zu untersuchen, und auch dort wurden erhöhte Messwerte festgestellt. Am Montagnachmittag wurde die Belegschaft der betroffenen Institute im Alfred-Philippson-Hörsaal über die Situation informiert. Erschwerte Arbeitsbedingungen ergeben sich vor allem für die Mikrobiologie und Medizin, die das einstige, 1867 erbaute chemische Institut heute gemeinsam mit den Geografen nutzen: Denn von ihnen werden normalerweise die gesperrten Räume genutzt.

Möglicherweise bleibt es nicht dabei: Denn wie die Universität mitteilt, sind inzwischen zusätzliche Messwerte für die übrigen Gebäudeteile eingegangen, die zu weiteren Nutzungseinschränkungen geführt hätten. Derzeit würden die Ergebnisse ausgewertet.

„Sobald die Validierung abgeschlossen ist, wird eine Neubewertung der bestehenden Nutzungseinschränkungen vorgenommen“, so die Universitätsverwaltung. Geschehen werde dies voraussichtlich Ende des Monats. „Wenn die Kontaminationsquelle gefunden ist, können außerdem Schritte zur Beseitigung des Quecksilbers ergriffen werden“, so die Verantwortlichen.

Die Uni habe die zuständigen Stellen, den Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW und das Landesministerium für Kultur und Wissenschaft über den Vorfall informiert. Ansprechpartner für Uni-Angehörige ist die Abteilung für Arbeits- und Umweltschutz. Sie klärt derzeit in Abstimmung mit den betroffenen Fachbereichen, ob unter Umständen eine zeitweise, zeitlich eingeschränkte Nutzung gesperrter Räume möglich ist.