Aktion zum Weltrotkreuztag: Fotoausstellung in Bonn zeigt Menschen mit Down-Syndrom

Aktion zum Weltrotkreuztag : Fotoausstellung in Bonn zeigt Menschen mit Down-Syndrom

Bei ihrem Aktionstag zum Weltrotkreuztag informiert die Bonner DRK-Schwesternschaft und zeigt beeindruckende Bilder der Fotografin Jenny Klestil. Die hat Menschen mit Down-Syndrom porträtiert.

„Im Mittelpunkt steht der Mensch, ohne dass die Behinderung in den Vordergrund tritt“, sagte Gabriele Wenz. Die Referentin für die Öffentlichkeitsarbeit der Schwesternschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) bezieht ihre Worte auf den Aktionstag der DRK-Schwesternschaft Bonn, der am Mittwoch in den verschiedenen Gebäuden des Vereins in der Südstadt veranstaltet wurde.

Am Weltrotkreuztag, der in Gedenken an den Geburtstag von Henry Dunant, Gründer der Rotkreuzbewegung, jährlich am 8. Mai gefeiert wird, wurde der Aktionstag am Vormittag in den Räumen an der Königstraße mit einer Fotoausstellung eröffnet. Unter dem Titel „Glück kennt keine Behinderung“ zeigt Jenny Klestil 30 Fotos, auf denen Mitglieder aus Familien zu sehen sind, die ein Kind mit dem Down-Syndrom haben.

Führungen und Ausbildung

Die Idee, Menschen mit dem Down-Syndrom zu porträtieren, kam Klestil im Jahr 2015 beim Welt-Down-Syndrom-Tag. „Das war ein Riesen-Zufall“, erzählte die Frankfurterin. Sie habe Menschen mit Behinderung fotografiert und danach „auf jeden Fall weitermachen“ wollen. Aus dem Projekt sei schnell eine Herzensangelegenheit geworden, und so hat die Fotografin mittlerweile eine „fröhliche Bildersammlung“ von mehr als 1400 Familien erstellt.

Die Zusammenarbeit mit der Bonner DRK-Schwesternschaft habe für sie nun in doppelter Hinsicht eine große Bedeutung. Einerseits habe ihre Mutter lange Zeit beim Roten Kreuz gearbeitet, weshalb sie sich der Wichtigkeit der DRK-Arbeit bewusst sei. Andererseits liege ihr, genau wie den Mitgliedern des Roten Kreuzes, ganz besonders das Miteinander der Menschen mit und ohne Behinderung am Herzen. „Ich fotografiere Menschen mit allen Stärken und Schwächen, die mehr oder weniger offensichtlich sind“, sagte Klestil. „Das Ziel ist, dass Inklusion irgendwann nicht mehr thematisiert wird, sondern dass das Miteinander aller Menschen als selbstverständlich angesehen wird.“

Im Anschluss an die Ausstellung bot die DRK-Schwesternschaft Führungen durch die Räume der ambulanten Pflege, des betreuten Wohnens und des Maria-von-Soden-Heims an. Unter den Besuchern waren Seniorinnen und Senioren, die sich entweder schon für die Angebote des Vereins angemeldet haben, oder solche, die in Zukunft vielleicht einmal auf dessen Dienste angewiesen sein werden und sich informieren wollten.

Für betreutes Wohnen angemeldet

Eine 83-jährige Besucherin aus Bad Godesberg erklärte, dass sie sich vor kurzer Zeit für das betreute Wohnen angemeldet habe, sie jetzt aber warten müsse und das deshalb noch keine Veränderung ihres Alltags bedeute. „Ich habe drei Kinder, die alle weit weg wohnen. Für sie war es sehr beruhigend, zu hören, dass ich mich angemeldet habe, auch wenn das jetzt noch nichts heißt“, berichtete sie. Es gehe ihr aber nicht allein darum, ihren Kindern später einmal nicht zur Last fallen zu müssen, sondern auch um den Gedanken an ein Leben inmitten der Stadt und der Menschen, und zwar auch noch im Alter. „Stellen Sie sich mal vor, Sie wohnen in einer der schönen Wohnungen der Schwesternschaft auf der Poppelsdorfer Allee“, sagte sie lachend.

Die DRK-Schwesternschaft legt laut Gabriele Wenz darüber hinaus großen Wert auf die Jugend. Die Förderung junger Menschen durch das Freiwillige Soziale Jahr und das Angebot von Pflegeausbildungen spiele eine essenzielle Rolle für den Bonner Verein, der als Teil des Deutschen Roten Kreuzes einer der größten Ausbildungsträger für die Altenpflege in Nordrhein-Westfalen ist. So gab es am Mittwoch auch einen Informationsstand über Freiwilligendienste im In- und Ausland, Ausbildungsmöglichkeiten und Beschäftigungsangebote in Pflegeberufen.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Oktober zu sehen. Weitere Infos gibt es hier.