Anklage wegen schwerer räuberischer Erpressung: Fahrgast hielt Taxifahrer ein Messer an den Hals

Anklage wegen schwerer räuberischer Erpressung : Fahrgast hielt Taxifahrer ein Messer an den Hals

Ein 23-jähriger Mann muss sich bald vor dem Bonner Landgericht verantworten. Er soll auch eine Schlägerei in der U-Bahn angezettelt haben, was im Amtsgericht verhandelt wird.

Mit dieser entschlossenen Gegenwehr hatte ein Räuber nicht gerechnet: Obwohl er einem Taxifahrer nachts in Bad Godesberg ein Messer an den Hals hielt und die Einnahmen forderte, bekam er keinen Cent. Der 54-Jährige schlug dem Angreifer offenbar kurzentschlossen das Messer aus der Hand, woraufhin der Täter das Fahrzeug verließ.

Inzwischen ist die Staatsanwaltschaft sicher, den abgeblitzten Räuber aus der Nacht auf den 10. Januar dieses Jahres identifiziert zu haben. Karen Essig, Sprecherin der Behörde, teilte gestern mit, dass ein 23 Jahre alter Bonner wegen versuchter schwerer räuberischer Erpressung angeklagt wurde. Der in Untersuchungshaft sitzende junge Mann wird sich demnächst vor den Richtern der ersten großen Strafkammer des Landgerichts verantworten müssen.

In jener Nacht sollen der 1,50 Meter große Angeklagte und ein 20 Jahre alter Bekannter das Taxi im Bereich Karl-/Endenicher Straße bestiegen haben. Als der Wagen an der Koblenzer Straße in Bad Godesberg hielt, zückte der auf der Beifahrerseite sitzende 23-Jährige laut Essig das Messer und bedrohte den Fahrer.

Nach dessen Gegenwehr sollen die beiden Männer ausgestiegen sein. Laut Anklage riss der auffallend kleine 23-Jährige jedoch noch einmal eine Tür auf und forderte ein zweites Mal die Herausgabe von Geld. In diesem Moment gab der Taxifahrer, der den Motor hatte laufen lassen, Gas und fuhr davon.

Die von der Polizei sofort eingeleitete Fahndung blieb zunächst erfolglos. Noch in den frühen Morgenstunden des Tattages soll dann allerdings der polizeibekannte 20-Jährige, der mit in dem Taxi gesessen hatte, auf der Polizeiwache Bad Godesberg erschienen sein. Er gab an, mit der Tat seines angeblich nur flüchtigen Bekannten nichts zu tun zu haben. Mittlerweile wurden die Ermittlungen gegen den bei dem Überfallversuch auf der Rückbank sitzenden 20-Jährigen laut Essig eingestellt.

Der gescheiterte Räuber konnte aufgrund der Beschreibungen der Zeugen wenige Tage später festgenommen werden. Anscheinend kann er sich an den genauen Ablauf jener Nacht nicht mehr erinnern. Im Zuge der Ermittlungen soll er Erinnerungslücken wegen vorausgegangenen Alkoholkonsums geäußert haben. Neben dem Verfahren vor dem Landgericht steht dem 23-Jährigen ein Prozess vor dem Amtsgericht bevor: Mit mehreren anderen Mittätern soll er im September 2015 eine Schlägerei an der U-Bahnhaltestelle Universität/Markt angezettelt haben.