Prozess vor dem Bonner Landgericht: Eifersuchtsstreit endete tödlich

Prozess vor dem Bonner Landgericht : Eifersuchtsstreit endete tödlich

Ein 35-Jähriger soll im November in Zülpich seine Freundin erstochen haben – aus Eifersucht. Demnächst steht der Mann vor dem Bonner Landgericht.

"Lass das! Lass mich in Ruhe!" Diese Worte sind wahrscheinlich die letzten, die eine junge Frau noch ausrufen konnte, bevor sie in der Nacht zum 19. November 2016 nach einer tödlichen Messerattacke starb. Eine Nachbarin hatte die Worte kurz nach Mitternacht gehört.

Da es aber in der gemeinsamen Wohnung des Paares nebenan häufiger lautstark wurde, hatte sie sich keine weiteren Gedanken gemacht. Die Nachbarin konnte nicht ahnen, dass die 29-Jährige just in dieser Stunde von ihrem Lebensgefährten mit 21 Messerstichen getötet wurde. Wegen Mordes hat die Staatsanwaltschaft den 35-Jährigen angeklagt. Wie Gerichtssprecher Bastian Sczech bestätigte, soll das Motiv Eifersucht gewesen sein.

Laut Anklage war der 35-Jährige überzeugt gewesen, dass seine langjährige Freundin ihm fremd ging und ein Verhältnis mit einem ihm Unbekannten in Trier hatte. Um "seine Ehre wiederherzustellen", habe er sie getötet, heißt es in der Anklage weiter. Das sei ein niederes Motiv und fraglos ein Mordmerkmal. Nach Angaben des Gerichtsmediziners hatte der 35-Jährige mit einem Messer (Klingenlänge: 17 Zentimeter) auf Rücken, Brust und Bauch seiner Lebensgefährtin eingestochen, dabei wurden auch die Organe - Herz, Lunge und Leber - lebensgefährlich verletzt.

Überdies habe er die 29-Jährige lebensbedrohlich gewürgt und ihr mit Fäusten ins Gesicht geschlagen. Letztlich jedoch ist die 29-Jährige an den tiefen Stichen verblutet. Wahrscheinlich war seine Freundin bereits tot, als der 35-Jährige die gemeinsame Wohnung in Enzen verließ und zunächst in Trier untertauchte. Am Mittag des Tattages jedoch meldete er sich bei der Polizei in Trier und erzählte, dass er seine langjährige Freundin getötet habe.

Gegen 14.30 Uhr fand die Polizei in Euskirchen die 29-Jährige leblos in ihrer Wohnung. Der Angeklagte sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Insgesamt 14 Mal ist der 35-Jährige vorbestraft. Der Prozess soll im Mai vor dem Bonner Schwurgericht stattfinden.

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