Interview mit Thomas Brunken: „Die schiere Größe macht das Projekt besonders“

Interview mit Thomas Brunken : „Die schiere Größe macht das Projekt besonders“

Mit dem Areal der Gallwitz-Kaserne, zwölf Fußballfelder groß, hat die Pandion AG ein Großprojekt vor der Brust. Fast fünf Jahre lang wird es vom Baubeginn bis zur Fertigstellung des dritten und letzten Bauabschnitts dauern.

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Ihr Unternehmen hat schon viel gebaut, auch große Projekte wie das Wohnquartier nördlich des Bonner Hafens. Ist die Gallwitz-Kaserne für Sie eine besondere Herausforderung?

Thomas Brunken: Allein die schiere Größe macht das Projekt natürlich besonders. Allerdings kennen wir uns mit Großprojekten gut aus, in Köln und München zum Beispiel haben wir bereits ganze Quartiere mit deutlich über 300 Wohneinheiten entwickelt. Eine bauliche Herausforderung stellt die Hanglange des Bonner Grundstücks dar, hier sind einige Besonderheiten bei Planung und Ausführung zu beachten. Zudem haben wir es beim Abbruch der Bestandsgebäude mit über 100 000 Kubikmeter umbauten Raums zu tun. Abrissarbeiten und Abtransport werden einige Zeit in Anspruch nehmen.

Sie haben dem Bund, dem das Grundstück früher gehörte, im Bieterverfahren am meisten Geld geboten und den Zuschlag erhalten. Die Rede ist von 23,15 Millionen Euro. Welche Kaufpreise wollen Sie bei der Vermarktung der Eigentumswohnungen aufrufen, damit sich das rechnet?

Brunken: In einer so frühen Projektphase möchten und können wir noch keine exakten Verkaufspreise veröffentlichen. Durch unsere Projekterfahrung in Bonn wissen wir durchaus um die Lebensqualität in dieser Stadt. Wir freuen uns, nun wieder hier bauen zu können und wollen für Käufer und Mieter ein stimmiges Produkt schaffen, das auch durch die Quartiersentwicklung eine eigene Qualität in sich haben und dementsprechend auch ein attraktives Angebot am Bonner Wohnungsmarkt darstellen wird.

Sie beginnen mit der Vermarktung schon im Herbst 2017, obwohl der erste Teil der Wohnungen erst in zwei Jahren fertiggestellt wird. Ist das der Situation auf dem Bonner Wohnungsmarkt geschuldet?

Brunken: Nein, das rührt von ganz normalen Projektabläufen her, die für jedes Bauvorhaben gelten. Der Vertrieb startet, sobald wir mit der Planung soweit sind, bei Eigentumswohnungen üblicherweise etwa ein halbes Jahr vor Baubeginn, und läuft während der gesamten Bauphase. Für den Baustart ist meist auch eine gewisse Vorverkaufsquote erforderlich. Aber natürlich kommt es dem angespannten Bonner Wohnungsmarkt zugute, je schneller wir mit unserem Projekt auf den Markt kommen.

Ihr Unternehmen konzentriert sich auf die 360 Eigentumswohnungen. Wer kommt als Investor für die 140 öffentlich geförderten Wohnungen im Baugebiet in Frage?

Brunken: Hier kommen öffentliche wie private Investoren in Frage, erste Gespräche laufen bereits. Wichtig ist uns vor allem eine professionelle Zusammenarbeit, gerade auch in Bezug auf die architektonische Qualität der Anlage. Um hier gewisse Standards zu sichern, wird auch der geförderte Wohnungsbau durch einen Sieger des Architektenwettbewerbs geplant werden.

Es sind bis zu 13 300 Quadratmeter Gewerbeflächen entlang der A 565 geplant. Für welche Branchen würden sich diese Flächen eignen?

Brunken: Der Bebauungsplan sieht hier Gewerbe und Einzelhandel vor, beides können wir uns grundsätzlich vorstellen. Genaueres steht noch nicht fest.

Wann klärt sich, ob neben einer Kindertagesstätte auch eine Jugendeinrichtung an der Stelle gebaut wird?

Brunken: Das Grundstück übernimmt die Stadt, die auch für die Bedarfsermittlung zuständig ist. Der Kita-Bedarf steht fest, der Bau ist eingeplant, der Bedarf für eine Jugendeinrichtung soll erst mit dem Bezug ermittelt werden.

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