Kinderlesefest in Bonn: Auf großer Fahrt mit Käpt'n Book

Kinderlesefest in Bonn : Auf großer Fahrt mit Käpt'n Book

Das Rheinische Kinderlesefest hat einen gelungenen Auftakt gefeiert. Bis zum 20. November finden insgesamt 500 Veranstaltungen in Bonn und der Region statt.

500 Veranstaltungen an 170 Orten in 25 Städten und Gemeinden in der Region – die Zahlen überzeugen schon mal. Wichtiger sind beim Rheinischen Lesefest für Kinder und junge Erwachsene aber natürlich die Buchstaben. Davon gab es am Sonntag reichlich – beim großen Eröffnungsfest zum Auftakt von Käpt’n Book in der Bundeskunsthalle.

Bis zum 20. November finden in diesem Rahmen Lesungen, Workshops, Theaterstücke und Familienfeste statt. Das Lesefest gibt es seit 2003 in Bonn, seit 2010 ist es auf die ganze Region ausgeweitet. „Die Kinder und Jugendlichen nehmen es nicht einfach nur an – sie lieben es“, ist Projektleiterin Cornelia Kothe vom Kulturamt der Stadt Bonn sicher. „Das Herzstück des Lesefestes sind die Autorenlesungen und der direkte Kontakt zu den Autoren.“

Viele Museen öffnen in den nächsten Wochen zudem für Familienfeste. „Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, damit die Hemmschwelle sinkt, auch mal ein Museum zu besuchen“, so Kothe weiter. Sie versichert, dass das Lesefest Kinder aller sozialen Schichten erreicht: „Es kommen nicht nur Bildungsbürger, sondern auch Familien mit Kindern, die Museen sonst nicht betreten würden.“

Für Sophie ist es der zweite Besuch bei Käpt’n Book. Die Neunjährige hat sich mit ihrer Familie schon einige Veranstaltungen ausgesucht, die sie besuchen möchten. „Ich mag es, die Autoren sehen und hören zu können, deren Geschichten ich sonst nur lesen kann“, sagt Sophie. Aber auch die musikalischen Veranstaltungen interessieren sie. Simak Büchel ist mit Käpt’n Book groß geworden, wie er sagt.

"Ich liebe Lesen"

Der freiberufliche Kinder- und Jugendbuchautor war schon beim ersten Lesefest 2003 dabei. „Man muss für Kinder und Erwachsene Berührungsflächen mit dem Medium Buch schaffen“, erklärt er. Leseförderung fange in den Familien an, Eltern dürften sich nicht darauf verlassen, dass die Grundschule diese Arbeit übernehme. „Als Vater von zwei Kindern weiß ich, wie intensiv es sein kann, abends mit seinen Kindern in einer Geschichte zu versinken.“

„Ich liebe Lesen“, sagt der neunjährige Anton. „Fantasygeschichten sind besonders cool, weil man in fremde Welten eintauchen kann.“ Er werde mit seiner Schulklasse an einer Autorenlesung teilnehmen und eine Ausstellung besuchen.

Eine Ausstellung hat auch Lutz van Dijk mitgebracht. Der Autor kam aus Südafrika nach Bonn, um zum ersten Mal bei Käpt’n Book dabei zu sein. Zu seinem Buch „African Kids – eine südafrikanische Township-Tour“ zeigt das Haus der Geschichte eine passende Foto-ausstellung. „Dort sind keine Mitleidsgeschichten zu sehen, sondern ermutigende Bilder, die die Kinder aus Townships selbst produziert haben“, sagt van Dijk. „Ich finde es großartig, dass bei Käpt’n Book die ganze Vielfalt der Kinder- und Jugendliteratur zugänglich gemacht wird.“

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