Kommentar zu Sanierung der Beethovenhalle: Schraube locker?

Kommentar zu Sanierung der Beethovenhalle : Schraube locker?

Eine Rundgang durch die Bonner Beethovenhalle hat einen Sturm im Wasserglas ausgelöst. Der Denkmalschutz sorgt sich keinesfalls um jede Schraube.

Was für eine Steilvorlage für Stammtischparolen: 60 Millionen Euro hat der Stadtrat für die Instandsetzung der Beethovenhalle locker gemacht und sich damit gegen das neue Festspielhaus entschieden. Und nun kommen die übereifrigen Denkmalschützer auch noch und sorgen sich um den Erhalt einzelner Schrauben in der desolaten Halle.

Da ist nach dem WCCB-Desaster das nächste Millionengrab anscheinend bereits geschaufelt. Und der Bürger fragt sich: Wer hat da eigentlich eine Schraube locker? Diese haarsträubende Geschichte hat seit dem Sommer nicht nur in Ratskreisen die Runde gemacht. In die Welt gesetzt hatte sie ein Mitglied des Stadtrats nach einer Führung durch die Halle.

Ob der Mann nicht zugehört hat oder nicht zuhören wollte, sei dahingestellt. Tatsache ist jedenfalls, dass einzelne Schrauben nicht im Fokus der Hallensanierung stehen. Sie helfen den Denkmalschützern lediglich, Altes von Neuem zu unterscheiden – und damit schutzwürdiges Inventar von Müll. Ein Sturm im Wasserglas also.

Aber ein Beispiel, das zeigt, wie unfair bisweilen Fakten verdreht und zur Begründung eigener Meinung missbraucht werden. Und wie lange sich solche Gerüchte halten. Man kann die 60 Millionen für die Beethovenhalle für vergeudet halten. Aber man sollte seine Meinung nicht mit Unwahrheiten begründen.

Gerade bei Projekten, die Bonn über Jahrzehnte prägen werden und nicht selten hohe Geldbeträge verschlingen, müssen die Bürger von ihren Ratsvertretern einen kühlen Kopf und ein Höchstmaß an Sachlichkeit erwarten können. Mit Stammtischparolen regiert man keine Stadt.

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