Unfall direkt nebem dem Bonner Landgericht: Anwalt wird von Vorwurf der Unfallflucht freigesprochen

Unfall direkt nebem dem Bonner Landgericht : Anwalt wird von Vorwurf der Unfallflucht freigesprochen

Ausgerechnet neben dem Landgericht sollte es passiert sein: Ein Bonner Anwalt habe mit seinem Geländewagen einen Mini angefahren und beschädigt. Am Freitag wurde der Anwalt vor dem Bonner Amtsgericht vom Vorwurf der Unfallflucht freigesprochen.

Die zuständige Richterin hatte zuvor die Spuren an den beteiligten Fahrzeugen bewertet. „Diese Schäden können nicht darauf beruhen, dass ein Unfall passiert ist“, sagte sie.

Am 3. März 2015 sollte der Anwalt vom Gericht kommend die Alexanderstraße in Richtung Annagraben gefahren sein. Ein Zeuge wollte ein „knirschendes Geräusch“ gehört haben. Als er sich daraufhin umgedreht habe, habe er das Auto des Mannes sehr nah an dem geparkten Mini stehen sehen, so der Zeuge.

Der 32-Jährige, der ebenfalls als Anwalt tätig ist, beobachtete, wie der Fahrer zunächst die Schäden begutachtete und dann wegfuhr. Entrüstet schrieb er einen Hinweis an die Besitzerin des Minis. Sie meldete den Vorfall der Polizei und der Fall landete vor dem Amtsgericht.

Keiner Schuld bewusst

Der vermeintlich flüchtige Fahrer war sich keiner Schuld bewusst und nicht bereit, den Schaden von rund 550 Euro zu übernehmen. „Er ist dort lang gefahren, aber es hat keine Kollision stattgefunden“, erklärte der Verteidiger.

Dem stimmte auch der Gutachter zu, der die vermeintlichen Schäden an beiden Fahrzeugen verglich. Das Merkwürdige: Die Schäden am Mini lagen weit tiefer, als der Geländewagen überhaupt hätte mit dem Auto in Kontakt kommen können. „Diese Schäden sehen auch nicht aus, als seien sie von einem anderen Fahrzeug, sondern eher von einer Mauer verursacht worden“, erklärte der Gutachter.

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