Päpstlicher Ritterorden trifft sich in Bonn: 16 neue Damen und Ritter

Päpstlicher Ritterorden trifft sich in Bonn : 16 neue Damen und Ritter

„Beten, lieben, teilen“, unter diesem Leitwort treffen sich an diesem Wochenende auf Einladung der Komturei St. Martin Bonn 320 Damen und Ritter sowie zahlreiche Gäste zur Herbstinvestitur des „Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem“.

Höhepunkt der dreitägigen Tagung der Deutschen Statthalterei ist die feierliche Aufnahme von 16 neuen Ordensrittern. Eröffnet wurde die Einkleidungsfeier bereits am Freitagabend mit einem Vesper-Gottesdienst in der Stiftskirche, den Kardinal Woelki zelebrierte.

„Unsere Identität ist Spiritualität und Kreativität“, beschreibt Statthalter Detlef Brümmer die Aufgaben der Grabesritter, deren Ordensmitglieder zu etwa drei Viertel Laien und zu einem Viertel Priester sind. Entstanden aus der Pilgertradition des Mittelalters, fühlt sich der Orden heute vor allem dem biblischen Heiligen Land – dem heutigen Israel, Jordanien und den palästinensischen Autonomiegebieten – verpflichtet.

Dazu gehört die Unterstützung von christlichen Einrichtungen. „Wir finanzieren Krankenhäuser und Altenheime, aber auch Blinden- und Waisenheime“, erklärte die Leitende Komtur-Dame Ursula Eglseder. „Zum anderen setzen wir uns auch dafür ein, dass die heiligen Stätten nicht allein als museale Orte angesehen werden, sondern auch in Zukunft als spirituelle Gebetsstätten für Christen erhalten bleiben“, erklärte Brümmer. „Unsere Seele ist die Grundlage unserer Arbeit, unser Herz inspiriert uns, großzügig zu sein, und unser Gehirn hilft uns, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, beschrieb er die Intension.

Feierliche Prozession zum Kaiserplatz

Höhepunkt der Herbstinvestitur wird an diesem Samstag der feierliche Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche sein. „Die haben wir einerseits als Zeichen für die Ökumene gewählt, außerdem bietet sie Platz für mehr Gäste als das Bonner Münster“, erklärte Eglseder. In einer feierlichen Prozession werden die Ritter ab 15 Uhr in ihren imposanten Mänteln – die Männer in Weiß, die Damen in Schwarz – vom Innenhof der Bonner Uni zum Kaiserplatz ziehen.

Während des Gottesdienstes in der Kreuzkirche werden die 16 Kandidaten (zwei Damen, ein Priester und 13 Männer) dann in die geistliche Gemeinschaft aufgenommen. Nachdem sie ihren Eid geleistet haben, werden sie von Kardinal Marx, dem Großprior des Ordens, zu neuen Rittern geschlagen, erhalten Kreuz und Mantel.

30.000 Mitglieder

Einer der Kandidaten ist Peter Hannen. „Es ist für mich eine Ehre und eine besondere Freude, für den Orden wirken zu dürfen und somit für das Heilige Land aktiv zu sein. Dieses Engagement ist für mich keine Arbeit, sondern es gibt mir Kraft.“ Für ihn sei die Mitarbeit eine Möglichkeit, sein Bekenntnis zu leben.

Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem hat weltweit rund 30.000 Mitglieder in 60 Statthaltereien. In Deutschland gibt es 1500 Mitglieder. Die Provinz Rheinland-Westfalen hat 495 Mitglieder, 350 Ritter, 65 Priester und 80 Damen. Die Provinz gliedert sich in elf regionale Gruppen, sogenannte Komtureien.

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