Zeitreise in die Jugend: Ur-Ippendorfer erinnern sich an frühere Tage

Zeitreise in die Jugend : Ur-Ippendorfer erinnern sich an frühere Tage

"Ippendorfs beste Johre" - das sind für die Alteingesessenen vornehmlich die Jahre ihrer Kindheit und Jugend. Bei der gleichnamigen Veranstaltung schwelgten sie jetzt in Erinnerungen.

Was ist typisch Ippendorf? Um das zu erfahren, muss man die Ureinwohner fragen, und die trafen sich am Freitagabend alle zum kollektiven In-Erinnerungen-Schwelgen bei „Ippendorfs beste Johre“ im Pfarrsaal von Sankt Barbara. Typisch, meinte etwa Johannes Strahl, sei für die Ippendorfer, „dass sie sehr heimattreu sind“. Und dass sie eben gerne gemeinsam die Vergangenheit wieder aufleben lassen.

Denn Ippendorfs beste Jahre sind nach Überzeugung der Bewohner, die sich dort zu Geselligkeit, Bohnen mit Speck und Knackwurst mit Nudelsalat einfanden, vorbei. So viele Geschäfte und Gaststätten alleine in diesem Stadtteil, die es heute nicht mehr gibt, bedauerte Strahl. Selbst eine gemütliche Kneipe zum Biertrinken und Skatspielen gebe es heute nicht mehr, zu seiner Zeit seien es acht gewesen. Als Schütze gehe er dafür heute ins Schützenhaus. Metzgereien, Bäckereien – alles ist zu oder wird nur noch von außerhalb beliefert, der Trend zu großen Läden habe Geschäfte verdrängt.

Was ist typisch Ippendorf?

„Ippendorf ist für meine Verhältnisse zu schnell gewachsen“, meinte Strahl. Gerhard Wittek stimmte mit ein: Die alten Ippendorfer würden immer weniger. „Die Zugezogenen grüßen nicht mehr.“ Damals sei das Nachbarschaftsverhältnis besser gewesen. „Da half jeder jedem“, sagte er. „Als meine Eltern gebaut haben, hat das ganze Dorf mitgeholfen auszuschachten.“ Das könne er sich heute nicht mehr vorstellen.

Er wohnt heute in Alfter, da sei das Nachbarschaftsverhältnis noch etwas besser. Hans-Josef Knauber war aus Uckerath gekommen, alle paar Jahre wohnt er dem nostalgischen Ereignis bei, das Carola Berresheim, Jörg Schlienkamp, Georg Fobes und Gerd Thüner zum fünften Mal organisiert haben. Typisch für Ippendorf? Die Menschen seien gesellig, zuverlässig und ehrlich, fand er. Und beständig: „Ich habe bestimmt zehn Freunde, die ich schon über 50 Jahre kenne, und ich habe heute noch mit ihnen zu tun“, so der 70-Jährige.

Auch er beklagte den schwindenden Zusammenhalt und die Veränderung durch Zugezogene. „Neue tun sich schwer, dass sie in Vereine gehen. Das war früher anders“, sagte er, der im Kirchenchor, bei den Schützen und beim Roten Kreuz war: „Aber so ist die Zeit.“

Wunderkerzen zum Abschluss

Eine etwas andere Ansicht dazu, was für Ippendorfer typisch ist, hatte Gerda Schaklabani. „Der Zusammenhalt einerseits, andererseits klatscht man übereinander.“ Sie hatte wohl die längste Anreise: Die gebürtige Ippendorferin lebt in Thessaloniki. Letztes Jahr war sie erstmals von der Ägäis in die Heimat gekommen und hatte den gemütlichen Abend besucht, das hatte ihr so gut gefallen, dass sie in diesem Jahr bewusst ihren Urlaub auf diese Zeit gelegt hatte.

Früher war also alles besser. An einem solchen Abend, an dem die alten Zeiten mit Bildern und Videos auf der Leinwand und bei den Gesprächen an den Tischen heraufbeschworen wurden, gehörte diese Einstellung selbstverständlich dazu. Die Sebastianus-Schützen sorgten wieder für die Bewirtung, um ihre Kasse aufzubessern. Daneben trat der Chor Regenbogen auf, es gab ein kleines Mitsingkonzert und ein paar kleine Erinnerungen.

Als Überraschung zog am Ende Georg Fobes als „Traumschiff“-Kapitän mit extra großen Wunderkerzen durch den Pfarrssal von St. Barbara und überreichte den Damen in der Küche ein Dankeschön.