Verkauf durch Bürgerinitiative: Kalender mit Motiven vom Meßdorfer Feld vorgestellt

Verkauf durch Bürgerinitiative : Kalender mit Motiven vom Meßdorfer Feld vorgestellt

Die Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes hat jetzt den Kalender 2019 vorgestellt. Die Motive zeigen die Schönheit des Naherholungsgebietes.

Jeden Morgen fährt die Duisdorferin Ute Matthes mit dem Fahrrad über das Meßdorfer Feld zur Arbeit. Vor allem im Sommer und wenn die größte Freifläche in Bonn mal wieder einen selten schönen Anblick bietet, steigt Ute Matthes vom Fahrrad und schießt mit ihrem Smartphone ein Foto. Im Juni dieses Jahres entsteht dabei ein Bild, das die Landwirtschaft des Feldes abbildet: Ein Feld voller Strohballen unter blauem Himmel. Ute Matthes‘ Foto ziert nun die Vorderseite des neuen Meßdorfer-Feld-Kalenders der Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes.

Seit zehn Jahren erstellt und verkauft die Bürgerinitiative diesen Kalender mit Fotos zum Meßdorfer Feld. „Wir wollen deutlich machen, was das Feld zu bieten hat und wie schön es ist, aber gleichzeitig ein Bewusstsein dafür schaffen, wie bedroht das Meßdorfer Feld ist. Vielen ist das gar nicht klar“, sagte Agnes Boeßner von der Bürgerinitiative bei der Vorstellung des neuen Kalenders am Donnerstag im Duisdorfer Fotoladen Teubert.

Bedroht wird die grüne Freifläche vor allem von einer Reihe von Bauvorhaben. Ein von der Stadtverwaltung angedachtes Szenario, ganze 15 Hektar des Feldes als Gewerbegebiet zu nutzen, konnte bereits zurückgewiesen werden. Auch die Planungen für den zweiten Bauabschnitt „Am Bruch“ in Duisdorf sind zunächst bis zur Kommunalwahl 2020 zurückgestellt.

Hinsichtlich der Bebauung der ehemaligen Stadtgärtnerei in Dransdorf sieht die Bürgerinitiative eine bessere Lösung. Laut Sprecher Rudolf Schmitz wird eine ökologische Nutzung mit Umweltbildungszentrum angestrebt. Einen Erfolg bildete in diesem Jahr die Klimaanalyse für die Stadt Bonn, die das Meßdorfer Feld als wesentliche Frischluftschneise einordnet, die vor allem angesichts zunehmender Hitzewellen immer wichtiger wird. Auch diese Seite des Feldes zeigt der Kalender. Etwa das Septemberfoto von Agnes Boeßner, die direkt am Meßdorfer Feld wohnt: „Das Foto zeigt, wie trocken die Felder im Sommer waren. Zu sehen sind meine Kinder, die Drachen steigen lassen“, sagte Boeßner.

Sechs Fotografen lieferten die Fotos für den Kalender

Sechs Fotografen lieferten die Fotos für den Kalender. Alle sind Laienfotografen, die einfach die Vielfalt und Schönheit des Feldes genießen. Etwa die Duisdorferin Heidi Habbig, die im Dezember 2017 bei einem Spaziergang mit ihrem Smartphone ein Foto schießt, das das Februar-Motiv des Kalenders lieferte. „Heidi Habbig habe ich im Meßdorfer Feld getroffen und sie gefragt, ob sie mir das Foto für den Kalender schicken würde“, sagte Boeßner. Gerade Wintermotive seien rar.

Hobbyfotograf Thomas Niesel war mit seinen Fotos schon im letzten Kalender und lieferte diesmal die Bilder für gleich drei Monate: Ein blühendes Rapsfeld für April, einen Sonnenuntergang vor trockengelbem Feld für Juli und ein stimmungsvolles Schwarz-WeißFoto für die Dezemberseite. „Das Foto ist nach dem großen Frühjahrssturm Friederike im Januar 2018 entstanden“, berichtete Niesel, der am Meßdorfer Feld wohnt und regelmäßig mit seiner Kamera spazieren geht.

Der Kalender ist für 15 Euro bei Foto Teubert, Rochusstraße 245, erhältlich. Weitere Informationen zur Bürgerinitiative für die Erhaltung des Meßdorfer Feldes gibt es unter www.messdorferfeld.de

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