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Gedenkfeier als Protest: Einsatz für Alten Friedhof in Ippendorf geht weiter

Gedenkfeier als Protest : Einsatz für Alten Friedhof in Ippendorf geht weiter

Die Ippendorfer wollen ein Zeichen für den Erhalt ihres Alten Friedhofs setzen. Nach einer Unterschriftenaktion soll es am Donnerstag eine Gedenkfeier geben.

Die Stadt Bonn darf sich in ihrem Ziel, den Alten Ippendorfer Friedhof zu schließen, weiter auf Gegenwehr einstellen. Nicht nur, dass inzwischen ein Bürgerantrag vorliegt, den Friedhof zu erhalten, es wurde im Juli auch mit dem Sammeln von Unterschriften in Ippendorf, Poppelsdorf und auf dem Venusberg begonnen, um dieses Ziel zu erreichen.

Um dem Protest gegen eine Schließung des Friedhofs Nachdruck zu verleihen, wird es am Donnerstag, 9. August, eine Gedenkfeier für die dort begrabenen Verstorbenen und Gefallenen geben. Wer um 17.30 Uhr auf den Alten Friedhof an der Röttgener Straße kommt, setzt damit ein Zeichen. „Denn der Alte Ippendorfer Friedhof gehört kulturell und historisch zu unserem Ippendorf wie die Kirche“, schreiben die Ortsausschussvorsitzende Barbara vom Dorp sowie Michael Strahl als Betroffener in ihrem Aufruf. Mit der Gedenkfeier, für die sie sich eine hohe Beteiligung wünschen, wird die Unterschriften-Aktion beendet. Wer mag, kann sich am Donnerstag noch in die Listen eintragen. Die beiden Pfarrer Bernd Kemmerling und Udo Schwenk-Bressler werden eine Ansprache halten und für die Verstorbenen beten.

Was den Bürgerantrag von Strahl und vom Dorp angeht, fordern die Initiatoren von der Stadt eine neue Bewertung der Schließungspläne. Zur Reduzierung von Flächen und zur Ersparnis an Personal, Unterhalt und Arbeitsmitteln sei man selbst bereit, einige „Kröten“ zu schlucken. Das betrifft die Gräber in der instabilen Hanglage (Abteilung 3), wo man auf weitere Infrastrukturmaßnahmen verzichten, die Wasserversorgung zurückbauen und die Ebene zeitnah vollständig schließen könne.

Die wenigen Gräber dort könne man in obere Lagen umbetten, so der Vorschlag der Antragsteller Strahl und vom Dorp. Im Gegenzug sollten die Abteilungen 1 und 2 in den oberen Lagen aber erhalten bleiben. Außerdem solle die Trauerhalle nicht abgerissen, sondern von Ippendorfer Organisationen und Vereinen gepflegt werden.

Die Befürworter des Alten Friedhofs in Ippendorf berichten davon, dass es der Wunsch vieler Bürger sei, in „ihrem“ Familiengrab bestattet zu werden. „Es ist die Aufgabe von uns Lebenden, sich engagiert für ihre letzte Ruhestätte und aus Respekt vor der Totenruhe für einen Erhalt des Friedhofs einzusetzen“, argumentieren Strahl und vom Dorp.

Die Stadt schreibt in ihrer Stellungnahme, in dem Bürgerantrag von Stahl und vom Dorp komme die tiefe Verbundenheit der Ippendorfer mit „ihrem“ Friedhof zum Ausdruck. „Es dürfe allerdings nicht verkannt werden, dass das Friedhofsmanagement aufgrund der sich ändernden Bestattungskultur den Spagat zwischen einer Beibehaltung aller Friedhöfe und einer notwendigen Flächenreduzierung auf Dauer nicht wird durchhalten können,“ formuliert Amtsleiter Dieter Fuchs. In Ippendorf lägen beide Friedhöfe nur 500 Meter auseinander.

Das Amt für Stadtgrün wolle Stahl und vom Dorp aber insoweit entgegenkommen, dass die Aufgabe des Friedhofs „in sozialverträglicher Form“ umgesetzt werde. Das bedeutet, dass eine Bestattung in bestehenden Grabstätten auch noch in fünf Jahren möglich sein soll. „Und selbst danach werden noch Beerdigungen möglich sein, wenn in ein ein bestehendes Grab noch eine Urne beigesetzt werden soll.“ Unterm Strich bedeute das, dass der Friedhof im Prinzip noch rund 35 Jahre weiter betrieben werde.

Fuchs schließt nach seinen Erfahrungen aus, dass die bisherigen Friedhofsflächen jemals bebaut werden, eher werde das Aral zur öffentlichen Grünfläche umgewandelt. Dem Angebot, die Kapelle von Vereinen pflegen zu lassen, stehe die Stadt aufgeschlossen gegenüber, heißt es.