Hip-Hopper lassen Telekom Dome beben

Hip-Hopper lassen Telekom Dome beben

Nader Jarrar ist im Stress. Es gibt Probleme mit den Flugbuchungen für das amerikanische Team. "Ich muss zusehen, dass ich das noch alles geregelt bekomme.

Die Tänzer müssen schließlich am Samstag in Bonn sein", sagt der 25-Jährige. Mit seinem Kumpel Stefan Vogt (26) organisiert Jarrar die "Beat Battle - The Tournament"", das nach eigenen Angaben größte Hip-Hop-Event Deutschlands.

Zu den Beats von verschiedenen szenebekannten DJs werden Hip-Hop-Tanz-Crews aus der ganzen Welt im Telekom Dome auf dem Hardtberg gegeneinander antreten und um 1600 Euro Preisgeld kämpfen. Dort, wo sonst die Baskets ihre Fans begeistern, wird diesen Samstag ab 17 Uhr das "Who is Who" der internationalen Hip-Hop-Szene die Zuschauer mit atemberaubenden Tänzen und eingängigen Beats beeindrucken.

Im "Battle"-System treten je zwei Crews in einer Kategorie gegeneinander an. Eine Fach-Jury entscheidet über den Gewinner eines jeden Battles. Drei Moderatoren werden auf Deutsch und Englisch durch die Veranstaltung führen und unter anderem den Haupt-Show-Act, den Rapper Fard, ankündigen.

Bevor es im Telekom Dome rund geht, werden mehrere Workshops in der Tanzschule Koltermann in Bad Godesberg angeboten. Unter dem Motto "Urban Lifestyle" kann man "coole Moves" und gängige Party-Tanzschritte lernen. "In Bonn gibt es leider nicht allzu viele attraktive Angebote für Jugendliche", sagt Jarrar, "wir wollen Jugendlichen, deren Alltag durch Langeweile beherrscht wird, Abwechslung und vielleicht sogar ein neues Hobby bieten."

Die Veranstaltung richtet sich an junge Leute zwischen zwölf und 28 Jahre, so Jarrar. Ziel ist es, die "Beat Battle" als feste Größe im Bonner Kulturkalender zu etablieren. Den Organisatoren ist es eine Herzensangelegenheit, mit ihrem Projekt auch Gutes zu tun. So werden 20 Prozent von jeder verkauften Eintrittskarte an eine Kinderkrebsstiftung gespendet.

Rund 6.000 Besucher aus dem In- und Ausland erwarten die beiden Organisatoren. Vor knapp drei Monaten hat das junge Organisations-Duo, welches sich "Beathoven Bonn" nennt, mit den Planungen begonnen. "Von heute auf Morgen haben wir das Event beschlossen", erzählt Jarrar. Es basiert auf der Idee eines dreitägigen Hip-Hop-Festivals, das die Veranstalter "sehr gerne einmal realisieren würden".

Die Kosten sind nicht von Pappe. "Die Veranstaltung kostet mehr als 20 000 Euro", sagt Jarrar. Das Geld fließe in Flüge, Hotelbuchungen, Hallen-Miete, Werbung und Sicherheit. Unterstützt werden die beiden Bonner unter anderem von der Stadt, der Volksbank Bonn Rhein-Sieg, der Bürgerstiftung Bonn, sowie von der Aktion "Think Big" des Mobilfunkanbieters O2.

Gleichwohl hätte sich der 25-Jährige etwas mehr Unterstützung gewünscht, schließlich deckten die Sponsorengelder nur ein Bruchteil des Gesamtbetrags ab. Insbesondere von der Stadt ist Jarrar enttäuscht - gerade weil es um junge Menschen geht, hätte man sich eine breitere Unterstützung erhofft. "Die Stadt spart genau da, wo sie nicht sparen sollte - an den jungen Menschen. Vielleicht", so hofft der 25-Jährige, "findet sich kurzfristig noch ein Sponsor, der uns unterstützen möchte."