Die Quelle in Bad Godesberg sprudelt wieder

Die Quelle in Bad Godesberg sprudelt wieder

Nach der Sanierung der Rohre sind alle Proben der Kurfürstenquelle in Ordnung.

Bad Godesberg. Zehn Monate lang wurde aus der Kurfürstenquelle kein Wasser abgefüllt. So lange beschäftigte sie auch Verwaltung, Politik und Bürger, seit Montag sprudelt die Quelle wieder. "Wir sind froh, dass unsere Bemühungen jetzt zum Erfolg geführt haben", sagt Thomas Frenzel, der als Abteilungsleiter beim Städtischen Gebäudemanagement für Brunnen und Quellen zuständig ist.

Froh können alle Betroffenen sein, dass nicht das schlimmste Szenario eingetreten ist, in dem die Arbeiten erfolglos geblieben wären. Eine völlig neue Brunnenbohrung und Kosten in Höhe von mehreren 100 000 Euro waren als mögliche Folgen zwischenzeitlich kolportiert worden.

Doch so teuer wird es allem Anschein nach nun nicht: "Uns liegen noch nicht alle Rechnungen vor, aber die Gesamtkosten werden sich wohl zwischen 30 000 und 40 000 Euro bewegen", sagt Frenzel. Mit der Sanierung waren eine auf Brunnenbau spezialisierte Fachfirma aus Gießen und ein Ingenieurbüro betraut.

Für Brunnen wie die Kurfürstenquelle gelten strengste Hygienevorschriften. "Die regelmäßigen Beprobungen führen auch dazu, dass Unzulänglichkeiten sehr früh entdeckt werden", sagt Frenzel. Bevor die Quelle jetzt wieder in Betrieb genommen werden durfte, mussten drei unbedenkliche Proben erfolgen.

Die kann die Kurfürstenquelle jetzt vorweisen, so dass Bad Godesberg seinen Bädertitel zumindest wieder zu einem kleinen Teil zurecht trägt. Auch das Abkühlbecken der Sauna im Kurfürstenbad soll ab sofort wieder mit dem gesunden Quellwasser gespeist werden.

Auch Helmut Fiehl atmet auf. Seit mehr als 33 Jahren betreibt er den Draitschquellen-Trinkpavillon an der Brunnenallee. Gestern Mittag sprudelten endlich wieder seine drei Hähne. "Mir fällt ein Stein vom Herzen", sagte der 73-Jährige dem GA, "lange hätte ich das nicht mehr durchgehalten." Sein Absatz war zeitweise um mehr als 40 Prozent eingebrochen.

Eigentlich hatte sich Fiehl nach einem Anruf der Stadt Bonn schon am Freitag darauf gefreut, dass er wieder das staatlich anerkannte Kurfürsten-Quellwasser zapfen kann. Eine Panne sorgte jedoch dafür, dass er das erst gestern konnte: Die Zeitschaltuhr, die die Wasserzufuhr aus dem Hochbehälter steuert, war falsch programmiert, aus Fiehls Hahn kam nichts. Er nahm es gelassen: "Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es jetzt eh nicht an."

Für den ehemaligen Betriebsleiter des Bad Godesberger Mineralbrunnens war die Situation zehn lange Monate fatal. Hunderte von Stammkunden blieben aus, die auf die Kurfürstenquelle fixiert waren, andere dachten, beide Wässer würden nicht mehr abgefüllt. An guten Tagen zapft er rund 600 Flaschen, in den vergangenen Monaten waren gerade einmal etwas mehr als 300.

Die Draitschquelle, so Fiehl, sei zwar das gesündere, aber auch das mineralhaltigere und damit strenger schmeckende Wasser. Nicht jedermanns Fall. Existenzängste hatte er nicht, höchstens Angst um das Bad Godesberger Heilwasser. Fiehl hofft weiterhin, dass das Wasser aus Draitsch- und Kurfürstenquelle auch künftig gebührende Beachtung findet. Dazu sollte auch der Draitschbrunnen als staatliche Heilquelle anerkannt werden. Dafür kämpft Fiehl seit Jahren. Bisher ohne Erfolg.

Der Trinkpavillon an der Brunnenallee 33 ist montags bis freitags von 13.30 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr geöffnet.