Schmuckausstellung im Polizeipräsidium: Lediglich 15 Bürger erkannten ihre gestohlenen Sachen wieder

Schmuckausstellung im Polizeipräsidium : Lediglich 15 Bürger erkannten ihre gestohlenen Sachen wieder

3-2-1 - meins: Wenn es nur so einfach wäre, wieder an sein Eigentum zu kommen. Aber die 130 Besucher, die gestern ins Foyer des Polizeipräsidiums in Oberkassel kamen, um bei der Diebesgut-Ausstellung ihre gestohlenen Preziosen zu finden, guckten zum überwiegenden Teil in die Röhre.

Hauptkommissar Christian Herschung und seine Ermittlungsgruppe hatten fast 300 Stücke - darunter etliche Ringe, Ketten, Uhren, aber auch Münzen und sogar einen Silberbarren - ausgestellt und jedes einzelne Exponat schon vorher ins Internet gestellt. Doch nur die wenigsten Besucher wurden vor Ort fündig. 15 Menschen wollten am Ende ihr Eigentum wiedererkannt haben.

Wie jene ältere Dame, die eine alte Tissot-Uhr als ihr Eigen betrachtete, aber keine Belege dafür anbringen konnte. Der Hinweis, die goldene Uhr passe perfekt zu ihrem Handgelenk, reichte den Ermittlern jedenfalls nicht aus. Deshalb wird jetzt auf der Uhr nach DNA-Spuren gesucht, die die Auffassung der Dame stützen könnten und zu ihrer abgegebenen Vergleichsprobe passen. Denn, so sagte einer der Beamten: "Wir wollen die Sachen ungerne an diejenigen wieder aushändigen, denen wir sie weggenommen haben."

Das war eine Diebesbande, die zwischen September 2012 und September 2013 in Bonn, Bad Godesberg, Beuel und dem rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis für mindestens 100 Einbrüche verantwortlich gemacht wird und bei deren Festnahme die Gegenstände gefunden wurden. Drei der fünf Festgenommenen wurden zwischenzeitlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Ermittlungen gegen die Täter (21, 22, 27 und 28 Jahre alt) dauern an.

Den Geschädigten ihr Eigentum zurückzugeben, das war das Hauptanliegen der gestrigen Schmuck-Schau, sagte Herschung. Doch dafür brauchte es Belege und Beweise, zum Beispiel in Form von Fotos. Bis die Wertgegenstände dann zurückgegeben werden, ist außerdem Geduld gefragt. Am Ende entscheidet die Staatsanwaltschaft darüber, wer die rechtmäßigen Eigentümer sind.

[kein Linktext vorhanden]Einige Bestohlene waren mit großen Erwartungen gekommen. Doch ihr Schmuck war nicht dabei. "Schade", sagte eine Frau, die nicht fündig wurde. "Ich hatte mir solche Hoffnungen gemacht." Bei ihr war am 28. September eingebrochen worden. Dass diesmal nur 130 Besucher kamen, zu Jahresbeginn waren es bei einer ähnlichen Schau rund 500, führt die Polizei darauf zurück, dass bereits jedes einzelne Stück auf der Homepage der Behörde veröffentlicht wurde.

"Da wurde jeder Ring schon im Vorfeld einzeln fotografiert, so dass man ihn dann im Internet anklicken und vergrößern konnte", sagte Polizeisprecher Frank Piontek. "Das haben wir in dieser Form zum ersten Mal gemacht." Deshalb hätten sich wohl viele Leute den Weg ins Präsidium gespart, mutmaßt er.

Info: Die gestohlenen Wertsachen sind nach wie vor unter www.polizei.nrw.de/bonn zu finden. Wer etwas aus seinem Eigentum erkennt, kann sich weiter an die Ermittler wenden.