Modell-Eisenbahn-Club in Beuel: Weihnachtsfahrtag beim MECK begeistert viele Eisenbahnfreunde

Modell-Eisenbahn-Club in Beuel : Weihnachtsfahrtag beim MECK begeistert viele Eisenbahnfreunde

Eine Eisenbahnlandschaft auf 640 Quadratmetern in einem Keller gleich neben der Sportfabrik, ließ am Sonntag nicht nur Kinderaugen glänzen. Auch viele erwachsene Eisenbahnfans hatten die Gelegenheit genutzt, um am 16. öffentlichen Fahrtag des Modell-Eisenbahn-Club Köln (MECK) Spur 1 1998 die verborgenen Räumlichkeiten zu besuchen.

"Unsere Bahnbetriebe mit Modelleisenbahnen der Spur 1 sind ähnlich, aber nicht ortsbezogen nachgebaut - im Maßstab 1 : 32", erklärte Vorstandsvorsitzender des MECK, Paul H. Juchem. "Das Schönste bei diesem Hobby ist die Kreativität", so der Vereinsvorsitzende. Die komplette Anlage wurde von allen neun Mitgliedern des MECK selbst designt, nach- und aufgebaut.

"Die Entscheidung fiel auf Bonn als Clubstandort, weil wir hier in der Tapetenfabrik optimale Bedingungen für unsere Anlage gefunden hatten", so Juchem. Gleise wurden auf Holztischen verlegt und geschottert. Güterzüge, die echte Kohle transportieren, rattern nun dort entlang. Genauso wie Personenzüge, Schnell- und Regionalzüge im Stil bis Anfang der 70er Jahre.

Die Züge düsten vorbei an Eifeldörfern, am Bonner Hauptbahnhof, vorbei an Fotos von Bonner Häuserfassaden, entlang eines Steinbruchs, wo Schotter für die Gleise bereitgestellt wird, an einer weißen Kirche, Nachbau eines in Haiger im Siegerland stehenden Gotteshauses, an einer Andachtskapelle auf einem grün bewachsenen Berg, an Bänken, geschützt stehend unter Bäumen, tobenden Hunden, Bäuerinnen, Pferden, einem Forsthaus oder spielenden Kindern, einer Frittenbude oder einem Kiosk, hinter dem kleine Apfelsinenkisten stehen. Faszinierend, alles ein bischen wie in einer heilen schönen Kinderwelt kurz vor Weihnachten.

"Ich mag die Technik, die kleinen Details und die Landschaften", sagte Pietra Anastasini von Swiontek, eine der wenigen weiblichen Besucherinnen. "Ich mag die Details", sagte auch der 13-jährige Paul Jakob.

Von vier festen Steuerplätzen aus wurden die Fahrten der Loks und Bahnwaggons gelenkt. Einer der Lokführer, der sechzehnjährige Simon Döring, ist tatsächlich Azubi zum Beruf des Lokführers in Köln. "Ich bin dort der Jüngste", erzählte der angehende Lokomotivführer stolz. "Mich fasziniert hier die Technik, die sich in Miniatur nachbilden lässt". Währenddessen brauste ein Rheingold vorbei. Die Geräusche kamen aus Lautsprechern. Eine Lok blies sogar ganz romantisch weißen nebligen Rauch in die Luft, was so ein bisschen an die Augsburger Puppenkiste erinnerte.

Neun Männer sind Mitglieder im MECK und managen die Bahnanlage in ihrer Freizeit. "Wenn jemand neu zu uns kommt, hospitiert er zunächst ein Jahr lang und dann entscheiden wir alle, ob es passt", erklärte Juchem. Wir wollen ein vertrauensvolles Verhältnis in unserem Club. Für die öffentlichen Fahrtage überlegen wir uns jeweils Schwerpunktthemen. Beim nächsten Fahrtag am 18. Mai 2014 werden wohl Dieselloks im Mittelpunkt stehen, so Juchem. Darüber hinaus ist jeweils der dritte Montag im Monat von 18 bis 21 Uhr ein Tag der offenen Tür.

Weitere Infos unter www.meck-spur1.de

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