Digitale Gesundheit und Prävention: Tagung für Gesamtschüler im Godesberger Digi-Camp

Digitale Gesundheit und Prävention : Tagung für Gesamtschüler im Godesberger Digi-Camp

Das dreitägige Digi-Camp für digitale Gesundheit und Prävention in der Plittersdorfer Elisabeth-Selbert-Gesamtschule stand unter dem Motto „Immer online – nie mehr allein?“

Auf der Leinwand waren zwei Bilder von Nina Jasmin zu sehen. „Welches Foto von mir ist ein Fake?“ fragte die erfolgreiche Kölner Lifestyle-Youtuberin mit 23.000 Abonnenten in die Runde. „Ganz klar, das rechte. Da hast du mehr Haare und einen schlankeren Rücken. Beim Posten wird oft krass geschönt“, meinte Mervan.

Der Schüler war einer der 80 Teilnehmer beim dreitägigen Digi-Camp für digitale Gesundheit und Prävention in der Plittersdorfer Elisabeth-Selbert-Gesamtschule. Es stand unter dem Motto „Immer online – nie mehr allein?“

Auch dass Youtuber mithilfe gezielter Produktplatzierungen auf der Videoplattform Geld verdienen, schien den meisten Jugendlichen bewusst zu sein. Andere Camp-Workshops beschäftigten sich mit Instagram, Podcasts und der Handhabung von Tablets. Organisiert wurde das Projekt von der Krankenkasse Barmer und BG 3000, einem Unternehmen, das sich den Ausbau der digitalen Bildung für alle Kinder zum Ziel gesetzt hat.

„Einer unsere Schwerpunkte ist ein gesundes ausgewogenes Leben im Netz“, sagte Matthias Bremmekamp von BG 3000. „Wie vermeidet man Risiken, körperliche und mentale Stressfaktoren und wie kann man digitale Angebote klug und eigenverantwortlich nutzen, um sein digitales Leben zu optimieren?“

Die Barmer beabsichtigt, mit den Digi-Camps Heranwachsende auch gegen Internetsucht, Sexting und Cybermobbing zu wappnen. „Wer die Fallstricke kennt, kann besser auf ein ausgewogenes Maß an Konsum und Herausgabe an Informationen achten und die Vorteile der neuen Medien für sich nutzen“, sagte Godesbergs Regionalgeschäftsführer Thorsten Krumphaar. Informatiklehrer Tom Hestermann war beeindruckt vom Engagement und den Kenntnissen seiner Schüler.

Auch bei der Erstellung eines Internet-Knigges gegen Cybermobbing und Hater (Hasser, die im Schutz der Onlineanonymität andere beleidigen) zeigten sich die Jugendlichen gut aufgeklärt. „Ignorieren, löschen, blockieren, und wenn es zu heftig ist, auch melden“, wussten die Zwillinge Vanessa und Viktoria.

Allen war klar, dass man persönliche Daten privat halten sollte. „Mir ist mein eigenes Verhalten bewusster geworden. Ich bin jeden Tag so sechs Stunden online. Das muss weniger werden“, sagte ein Teilnehmer. Emil ergänzte: „Man muss aufpassen, dass man nicht in die virtuelle Welt abrutscht und den Kontakt zum wirklichen Leben verliert.“

Mehr von GA BONN