Tausende Besucher in Bad Godesberg: So war das Stadtfest in der City

Tausende Besucher in Bad Godesberg : So war das Stadtfest in der City

Spätestens, als sich am Sonntagnachmittag die Sonne blicken ließ, spazierten die Besucher in Scharen zum Stadtfest Bad Godesberg. Sie wurden angelockt vom großen Angebot und offenen Geschäften.

Es gab den französischem Markt auf der Alten Bahnhofstraße, zahlreiche Buden, Verkaufsstände und Fahrgeschäfte in der Fußgängerzone sowie Programm auf den beiden Bühnen auf dem Theaterplatz und vor der Fronhofer Galeria.

Dass die Ladenpassage aufgrund der Hochwasserkatastrophe vom 4. Juni noch immer geschlossen ist, war zu spüren. „Man merkt es schon ein bisschen an der Frequenz, dass die Galeria geschlossen hat“, bemerkte Sylvia Boje, die seit 13 Jahren ihren Stand mit Silberschmuck und Fossilen gegenüber den Kammerspielen auf dem Stadtfest hat. „Ich komme sehr gerne hierher“, sagte sie, „und ich habe auch das Glück, dass ich ein bisschen Arabisch kann.“

Der Muffendorferin Tanja Dietrich fiel schon auf, dass in diesem Jahr weniger arabische Gäste gekommen waren. Dietrich zählt mit ihrer Mutter Beatrix Rieck seit vielen Jahren mit den beiden Ständen zum Ballwerfen und Entenangeln zu den festen Größen unter den Teilnehmern. „Vermutlich sind viele Araber zurzeit auf Pilgerfahrt“, vermuteten sie. „Wir freuen uns, dass das Godesberger Stadtfest über all die Jahre stabil geblieben ist“, meinten Mutter und Tochter übereinstimmend.

Zufrieden konnten auch die Veranstalter von Bad Godesberg Stadtmarketing sein. „Auch auf der kleinen Bühne vor dem Eingangsbereich der Fronhofer Galeria haben wir ein familienfreundliches Programm aufgeboten“, sagte Stadtmarketing-Vorsitzender Jürgen Bruder. Bereits am Freitagabend hatte die Robbie-Williams-Coverband „Sir Williams“ auf der großen Bühne für einen vollen Theaterplatz gesorgt.

Angebote mit Lokalkolorit

Ein Heimspiel vor „ausverkauftem Haus“ hatte am Samstagabend die Godesberger Formation „The Row“, die mit ihrem Rock'n'Roll-Programm ausgesprochen gut ankam. Pech mit dem Wetter hatten allerdings im Anschluss die „Baums Bluesbenders“, ebenfalls aus Godesberg. „Aber die Zuschauer, die geblieben sind, sind voll auf ihre Kosten gekommen“, so Bruder. „Wichtig ist doch vor allem, dass wir hier etwas mit Lokalkolorit anbieten“, meinte Martin Nötzel, der direkt vor der großen Bühne mit seinem „Muffengold“-Wagen stand.

„Feste leben davon, dass man mitmacht, und ich finde schon, dass hier viel Volk unterwegs ist“, so Nötzel. Dass sich nicht alle Geschäfte am verkaufsoffenen Sonntag beteiligten, bedauerte Dieter Völlings. „Das ist natürlich schade, dass nicht alle mitmachen. Aber ansonsten gefällt mir das Stadtfest sehr gut.“ Das für Samstag- und Sonntagmorgen das angekündigte Fitnessprogramm auf der großen Bühne musste wegen eines Krankheitsfalls ausfallen.

Pre-Opening nach der Flut

Moderatorin Anita Wittwer, bereits seit Jahren auf dem Godesberger Stadtfest eine feste Größe, kompensierte die Lücke mit Interviews und eigenen Fitnesseinlagen. Das musikalische Programm bestimmten am Sonntag das Songwriter-Duo Annette Kreutz und Carolin Hild, die Godesberger Formation „Christian Meringolo-Band“ sowie die Gary-Moore-Coverband, die für den musikalischen Abschluss nach drei Tagen Stadtfest sorgte.

Eine Art Pre-Opening gab es bei Stefan Stuch am Theaterplatz, der eine „Danke-schön-Veranstaltung“ für Handwerker, Freunde und Bekannte gab. Stuch, der kurz vor der Neueröffnung seines Fischfachgeschäfts nebst Bistro ebenfalls Opfer der Flutkatastrophe geworden war, konnte fast pünktlich zum Stadtfest und mit rund zehnwöchiger Verspätung sein neues Lokal präsentieren, dass offiziell dann am Mittwoch eröffnet wird.

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