40 Jahre Buchverein "Brücke" in Friesdorf: 4000 Euro jährlich an die Gemeindeschwester

40 Jahre Buchverein "Brücke" in Friesdorf : 4000 Euro jährlich an die Gemeindeschwester

Alles begann im September 1976 mit einem kleinen Büchertisch im alten Foyer der evangelischen Pauluskirche. In diesem Jahr feiert der Buchverein „Brücke“ sein 40-jähriges Bestehen.

An dem kleinen Büchertisch gab es seinerzeit reichlich Lesefutter. Pfarrer Lothar Baltzien hatte mit der Gemeinde den Gottesdienst gefeiert. Und nun schwärmten Jung und Alt aus – um erst einmal am Bücherangebot des alsbald gegründeten Evangelischen Diakonie- und Buchvereins Brücke hängenzubleiben.

Was die Friesdorfer auch nach 40 Jahren noch tun. Und dieses Jubiläum wird gebührend gefeiert: am Freitag, 23. September, ab 19 Uhr, mit einem ökumenischen Taizégebet in der Pauluskirche, In der Maar 7, an das sich um 20 Uhr die Präsentation des neuen Buchs „Mehr Ökumene wagen. Taizé, die Reformation und das gemeinsame Leben“ des aktuellen Pfarrers Siegfried Eckert anschließt. Und mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 25. September, ab 10.30 Uhr, dem später um 17 Uhr eine Buchlesung des bekannten Journalisten Franz Alt folgt.

„In seiner Satzung stellte sich der Verein zwei wesentliche Aufgaben: Förderung der diakonischen Arbeit, bevorzugt innerhalb unserer Gemeinde, sowie Unterhaltung und Betrieb eines Buchladens“, berichtet Renate Lippert, die seit 1996 Brücke-Vorsitzende ist. Erwirtschaftet würden die Erträge zugunsten diakonischer Dienste aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Zuwendungen sowie vor allem aus dem Überschuss aus dem Bücherverkauf.

In der Gemeindebücherei integriert

„Heute sind wir natürlich längst in der Gemeindebücherei integriert“, erläutert Lippert. So könnten die Friesdorfer eben gleich unterm Kirchturm Bücher, Karten, Kalender sowie Herrnhuter Sterne erwerben. „Der Erlös fließt komplett in die Arbeit des Vereins, denn alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich“, betont Lippert. 4000 Euro davon flössen jährlich in die Arbeit von Gemeindeschwester Tina Müller.

Wie sie selbst zum Brücke-Ehrenamt kam? Lippert lacht. „Es hat sich halt so ergeben, weil ich als damalige Pfarrsekretärin auch darin involviert war. Plötzlich war ich die Vorsitzende. Und irgendwie macht es auch Spaß.“

Kritik am Presybyterium

Doch Nachwuchssorgen quälen sie: „Wir hatten mal knapp 100 Mitglieder, heute sind es noch 50“, bedauert Lippert. Viele Mitglieder seien verstorben, im Altenheim oder verzogen. „Und es ist einfach schwierig, neue Mitglieder zu bekommen, obwohl der Jahresbeitrag lediglich 13 Euro beträgt.“ Das Thomaskirchen-Presbyterium nehme zwar gerne die 4000 Euro für die Gemeindeschwester, „aber besonderes Interesse besteht darüber hinaus offensichtlich nicht“, klagt Renate Lippert. Die Unterstützung sei früher ganz anders gewesen.

Inzwischen müsse die Brücke ihren Schreibtischplatz in der Bücherei nicht mehr besetzen, da die Bestellungen über „die netten Bücherei-Damen“ oder über E-Mails liefen, berichtet Lippert. Sie selbst sei genau an dieser Nahtstelle für Bestellungen und Rechnungen zuständig. Schatzmeister Dieter Sahl sorge „für das Finanzielle“.

Zum Vorstand gehörten ebenfalls Gudrun Milz und Heidrun Bahls, beide übrigens aus dem Gemeindebereich an der Christuskirche in Plittersdorf.

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