Waldweihnachtsfeier: Friesdorfer Weihnachten unter freiem Himmel mit 13 Enkeln

Waldweihnachtsfeier : Friesdorfer Weihnachten unter freiem Himmel mit 13 Enkeln

Weihnachten im Freien - Das Gelände des Leyenhofs war proppenvoll, als Pfarrer Siegfried Eckert am zweiten Weihnachtsmorgen die Gläubigen zur „ersten Friesdorfer Stallweihnacht“ begrüßte.

Seit der Gemeindepfarrer die Idee vor über zehn Jahren aus seiner bayrischen Heimat an seine neue Wirkungsstätte im Rheinland geholt hatte, lädt die evangelische Thomas-Kirchengemeinde jedes Jahr am zweiten Weihnachtstag zu einer Open-Air-Waldweihnachtsfeier ein.

Zu Anfang habe man regelmäßig auf dem Gelände des Annaberger Hofs gefeiert, skizzierte der Geistliche vor Beginn der Veranstaltung die Geschichte des Events. Da die Gastgeber sich aber irgendwann von der Flut weihnachtlicher Verpflichtungen überfordert sahen, habe man dort oben auf einen zweijährigen Rhythmus umgestellt und so sei die Veranstaltung in diesem Jahr erstmals im „Stall“ des Leyenhofs zu Gast. Unter der alten Remise hatten der Posaunenchor und Eckerts Pult ein trockenes Plätzchen gefunden; die Fläche davor lag zwar unter freiem Himmel, bot aber den Besuchern dank Kiesschüttung wenigstens die Möglichkeit „Matsch-freie“ Füße zu behalten.

Und nicht nur Gemeinde und Besuchern, sondern auch Petrus gefiel die Ortswahl offenkundig: Wenige Minuten vor dem Beginn der Andacht um elf Uhr hatte es aufgehört zu regnen und nachdem die immer zahlreicher auf das Gelände strömenden Gläubigen die letzten Pfützen von den Bänken gewischt hatten, begann Eckert seine Begrüßungsrede freudestrahlend mit den Worten, dass seine Wetterapp glücklicherweise Recht behalten habe.

Was folgte, war eine fröhlich-besinnliche Morgenandacht mit Posaunenchor. Der Wechsel der Musik mit kurzen Texten bescherte den Besuchern einen kurzweiligen Gottesdienst. Fast schon traditionell würdigte Eckert den aktuellen Literaturnobelpreisträger – in diesem Jahr Kazuo Ishiguro.

Die im Kern ja evangelische Veranstaltung sei in Friesdorf inzwischen fest verankert und habe mittlerweile einen fast ökumenischen Charakter bekommen, so Eckert. Das sah Britta Horz offenkundig genauso: Mit der ganzen Familie inklusive 13 Enkeln genoss die Katholikin die romantische Atmosphäre von Andacht und anschließendem Umtrunk unter freiem Himmel.