Positive Bilanz: Endspurt beim Godesberger Nikolausmarkt

Positive Bilanz : Endspurt beim Godesberger Nikolausmarkt

Der Godesberger Nikolausmarkt bietet noch bis Samstag ungewöhnliche Snacks und Gerichte. Die Standbetreiber zeigen sich in ersten Reaktionen durchaus zufrieden - wenn man mal vom Wetter absieht. Derweil planen die Organisatoren die Wiederbelebung der Godema.

Eritrea liegt mitten in Bad Godesberg. Zumindest ein kleiner, kulinarischer Teil davon, denn auf dem Nikolausmarkt gibt es einen Stand mit Spezialitäten aus dem Staat im nordöstlichen Afrika. Es duftet verführerisch nach Hähnchen, Gemüse und Linsen. Doch es gibt zwischen Theaterplatz und Fronhofer Galeria bis zum Abglühen am Samstag noch viele weitere ungewöhnliche Snacks und Gerichte, die nicht überall angeboten werden. Jetzt ziehen Händler und Veranstalter Bilanz.

„Wir sind das erste Mal hier, wollten das mal ausprobieren“, sagt Thomas Berhane. Die Leute trauten sich am Anfang nicht, die Speisen aus Eritrea zu probieren. „Sie sind aber neugierig. Wenn sie die anderen essen sehen, kommen sie.“ Der Stand ist ein Ableger des Restaurants Dantom an der Burgstraße. Basis der Gerichte ist das Fladenbrot Injera aus Sauerteig, das auch in Äthiopien gern gegessen wird. Dazu serviert Bisrat Tekkie zum Beispiel Alitscha mis Dorho (gemischtes Gemüse mit Hähnchen) oder Signi Dinisch (Rindfleisch mit scharfer Soße und Kartoffeln). Wer mag, isst rote Linsen oder Spinat mit Linsen oder bestellt – bei Kindern beliebt – Teigtaschen mit Hackfleisch (Sambusa). Berhane ist mit seinem Nikolausmarktdebüt zufrieden.

„Das Wetter war schlecht, der Umsatz dementsprechend“, meint Dietmar Thieme in seiner Brat-Kutsche. „Das höre ich von allen Weihnachtsmärkten.“ Trotzdem ist er noch zufrieden und bedankt sich vor allem bei seinen Stammgästen. So will er auch nächstes Mal wieder dabei sein.

Dauerbrenner sind neben Reibekuchen und Grillwürstchen heiße Maronen. „Die gehen eigentlich immer“, sagt Verkäufer Ricardo Schaffrath. „Die schmecken den Leuten.“ Das tun die Flammkuchen ebenfalls, auch wenn das Eiscafé Bellavista gern noch ein paar mehr davon verkauft hätte, wie es Jangirashvili Aluda am Stand sagt. Oscypki, der warme südpolnische Käse, ist ein Exot auf dem Markt.

„Wie kann es sein, dass wir eine Bühne hier haben, und gegenüber gibt es keine Fritten oder was zu trinken?“, ärgert sich Wolfgang Lux beim Spaziergang entlang der Buden. So stehe der Schwenkgrill Jürtenich nun so weit außerhalb, dass er schon mit Aufstellern auf sich aufmerksam machen müsse. Mitarbeiter Benjamin Meister gibt an, dass der alte Standort weitaus besser gewesen sei, man wolle auch gern wieder dorthin zurück. „Das Geschäft war allgemein etwas schlechter, auch wegen des Wetters“, meint er.

Jürgen Bruder, Vorsitzender des Vereins Bad Godesberg Stadtmarketing, sagt dazu, dass der Standort mit dem Betreiber des Grills abgesprochen gewesen sei. So sei am Fronhof ein kleines Weihnachtsdorf samt Glühweinstand entstanden. „Ich kann nur sagen, wir haben durchweg Positives gehört“, sagt Bruder für die Organisatoren. „Die Aufstellung in drei Etappen war für Bad Godesberg schön und kam auch gut an.“ Gemeint ist dabei die Bündelung am Fronhof, auf dem Theaterplatz und der Minimarkt von Ralf Reifenberg auf dem Moltkeplatz, der bis zum 31. Dezember dort steht. Bruder kann sich vorstellen, dass dort im kommenden Jahr noch mehr angeboten wird, auch unter Einbeziehung der Geschäftsleute.

Das große Abglühen auf dem Nikolausmarkt mit dem Wiedersehen ehemaliger Mitschüler, Freunde und Kollegen findet am Samstag, 23. Dezember, statt. Die Verkaufshütten sind bis 19.30 Uhr geöffnet, Glühweinstände und Imbisse bis 22 Uhr. Das Bühnenprogramm beginnt um 12 Uhr mit Alexander Zindel und seiner Autoharp, um 14.30 Uhr folgen „Peter Weisheit and the Dixi Tramps“. Ab 17 Uhr legt „Dancing Sound“ auf.