Messe in Bad Godesberg: Weihnachtsfeier für Singles und Familienmuffel

Messe in Bad Godesberg : Weihnachtsfeier für Singles und Familienmuffel

In der evangelischen Thomaskapelle wird am Heiligen Abend zu einer besonderen Feier eingeladen – mit Gesprächen, Liedern und einem Überraschungsgeschenk.

Auch „Singles und Familienmuffel“ wollen am Heiligen Abend feiern. Die evangelische Thomas-Kirchengemeinde bietet genau für diese Interessentengruppe eine spezielle Weihnachtsfeier an. Und zwar am Sonntag, 24. Dezember, in der Thomaskapelle, Kennedyallee 113, ab 19 Uhr. Es beginnt mit einer Christmette, die für den, der bleiben will, in einem gemütlichen Beisammensein mündet. „Wir veranstalten das jetzt im vierten Jahr und wissen eigentlich nie, wie die Feier angenommen wird“, erzählt Initiator Pfarrer Oliver Ploch.

Die meisten Menschen wollten doch gerade Weihnachten in ihren Familien und mit Freunden feiern. „Schon meine Konfirmanden erzählen mir, dass sie an den Ritualen von Heiligabend kein Jota verändert haben wollen“, so Ploch. Aber es gebe heute eben immer mehr Alleinstehende oder auch Menschen, die es müde seien, das Fest in Familie zu begehen. „Gerade die Generation in den mittleren Jahren hat ja oft das Bedürfnis, sich von manchem zu befreien“, hat der Pfarrer beobachtet. Genau hier setze das Angebot an.

Vikar Benjamin Härte wird die Christvesper wie im vergangenen Jahr halten und dann in den Bonhoeffer-Raum einladen. Pfarrer Ploch wird von einem anderen Weihnachtsgottesdienst aus dazukommen. „Wir wollen fröhlich feiern, mit Würstchen und Kartoffelsalat, wie es in NRW üblich ist, mit Gesprächen, Liedern und einem Überraschungsgeschenk“, künden beide an. In den vergangenen Jahren seien im Schnitt rund zwei Dutzend Männer und Frauen bei der anschließenden Feier geblieben.

Besonderer Heiligabend

„Und keine Bange: Es war nie schwermütige Stimmung. Es wurde mit Harmoniumklängen richtig kuschelig gemütlich“, sagt Härte. Das Angebot spreche neben den Fans der kleinen Kapelle auch Leute an, die gerade einen geliebten Menschen verloren hätten und Gemeinschaft suchten.

„In einem Jahr kam ein Paar in Wanderkluft dazu, das sich bei seiner Tour verlaufen hatte und dann unser Angebot zur am Heiligen Abend ungewöhnlichen Zeit sehr genossen hat“, berichtet Ploch. Ansonsten sei ja der frühe Abend meist für die Bescherung und das Familienessen reserviert.

Es kämen aber durchaus auch Leute, die beschert hätten und dann einfach „mal vor die Tür“ müssten, meint Härte lächelnd. Einmal hätten zehn ausländische Studenten in die Thomaskapelle gefunden, berichtet Ploch. Denen habe ihr Professor geraten, hier einmal öffentlich typisch deutsche Weihnachten zu verbringen.

„Mit ihnen haben wir uns schließlich sehr fröhlich unter anderem über Weihnachtsbräuche in anderen Ländern unterhalten“, so Ploch. Sofort hätten sich in den Reihen auch Übersetzer gefunden. Härte freut sich auf jeden Fall wieder auf den besonderen Heiligen Abend. „Und es ist dann die bunte Mischung von Leuten, die in der Thomaskapelle die spezielle Atmosphäre ausmachen.“