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Wilde Fahrt mit gutem Ende: Telekom Baskets gewinnen gegen Bayreuth

Wilde Fahrt mit gutem Ende : Telekom Baskets gewinnen gegen Bayreuth

Das Spiel der Telekom Baskets gegen den Playoff-Konkurrenten Medi Bayreuth glich einer Achterbahnfahrt. Erst führten die Baskets hoch, gerieten dann ins Straucheln, konnten am Ende aber mit 94:84 gegen Bayreuth gewinnen.

Basketball auf der Achterbahn gefällig? Der Telekom Dome hat so was zu bieten: Überzeugende Defensive, attraktive Offensive, Feuerwerk und 19-Punkte-Führung, leichtfertige Ballverluste, ein 0:20-Lauf, unnötige Spannung – doch am Ende einer sehr unterhaltsamen Partie fuhr die Achterbahn für die Telekom Baskets Bonn wieder aufwärts. Gegen den Playoff-Konkurrenten Medi Bayreuth fuhr die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic mit 94:84 (31:18, 23:28, 18:12, 22:26) ihren dritten Saisonsieg im dritten Bundesligaspiel ein und setzte in dieser Standortbestimmung ein Zeichen.

„Was für ein verrücktes Spiel. Das Momentum ist schon ein irres Ding“, sagte TJ DiLeo, während seine Teamkollegen auf ihn warteten. Manche schüttelten den Kopf. Josh Mayo strahlte. Das ganz breite Mayo-Strahlen. Der Bonner Kapitän und Spielmacher war es gewesen, der sein Team aus der Krise führte, die beinahe noch den schon sicher geglaubten Sieg gekostet hätte. „Man darf sich nie zu sicher sein“, ergänzte DiLeo, dem die Erleichterung deutlich anzusehen war.

„Die Rebounds waren der Schlüssel zum Sieg“, sagte Krunic. „Das hat meine Mannschaft sehr gut gemacht. Wir haben einen gute kämpferische Leistung gezeigt, können aus dem Spiel aber auch lernen, dass wir ruhig bleiben müssen, auch wenn wir mal mehrere Bälle hintereinander verlieren.“ Mit 43:21 hatte seine Truppe das Reboundverhältnis für sich entschieden. Offensichtlich eine Bonner Stärke in dieser Saison.

Führung nach dem ersten Viertel

Die Baskets mussten wieder auf den noch an einer Innenbandverletzung im Knie laborierenden Center Martin Breunig verzichten, was bedeutete, dass der Großteil der Arbeit gegen den Bayreuther Nationalcenter Andreas Seiferth auf den Schultern von Charles Jackson lastete. Und Jackson bekam gleich im ersten direkten Duell einen Vorgeschmack der Qualität Seiferths. Mit einer schnellen Drehung wand er sich um den langen Bonner und legte den Ball zur Bayreuther 5:3-Führung in den Korb (2.).

Doch sobald Jackson sich im Spiel zurechtgefunden hatte, holte er sich die Vormachtstellung unter den Brettern und die Bonner damit insgesamt die Überlegenheit auf dem Feld. Und weil auch die Bonner Dreipunktwürfe wieder besser fielen, hatten die Gäste defensive Hände zu wenig. Das fand recht bald auf der Anzeigetafel Niederschlag. Nach fünf Minuten traf Ra’Shad James zum 18:9, und Bayreuth-Coach Raoul Korner sah sich zu einer Auszeit gezwungen.

Die neue Sortierung half den Franken nur bedingt, denn die Baskets hatten ihren Rhythmus gefunden und spielten sehr ansehnlichen Basketball mit dem stattlichen zählbaren Erfolg einer 31:18-Führung nach dem ersten Viertel. Eine kleine Chance eröffnete den Gästen dann allerdings der zweite Bonner Anzug, der mit etwas weniger Druck auf die Korner-Mannschaft einwirkte, offensiv ebenfalls nicht ganz den rasanten Rhythmus der Starter fand und so Bayreuth das Verkürzen zur Pause auf 46:54 gestattete.

Sicheres Ende einer wilden Fahrt

Nach dem Seitenwechsel waren es aber wieder die Bonner, die das Spiel dominierten. So, wie sie es im Grunde 35 Minuten lang taten. Sie ließen den Gästen kaum Entfaltungsmöglichkeiten und bestraften jeden ihrer Fehler. Bayreuth war offensiv jetzt ebenso von der Rolle wie in der Verteidigung. Nach dem dritten Ballverlust durch Offensivfoul und Schrittfehler in kurzer Folge blickte Korner schon etwas flehend zur Hallendecke. Ob er überhaupt noch auf Besserung hoffte? Sein Team wirkte chancenlos.

Doch nachdem der starke Bojan Subotic zum 79:60 getroffen hatte, schlich sich das von DiLeo zitierte Momentum weg von der Bonner Seite. Es waren noch sechs Minuten zu spielen, und der Abgesang auf die Partie war im Grunde schon angeklungen. Doch Gregor Hrovath nutzte jetzt die Chancen, die unaufmerksame Bonner ihm gaben, und zettelte einen 20:0-Lauf an, der in der 80:79-Führung für die Gäste gipfelte (37.)

Doch jetzt gingen Lautstärke und Bonner Starter eine Koalition ein, die nervenstark und angeführt vom eiskalten Mayo den Bayreuther Achterbahnwagen wieder auf den Weg abwärts schickte. Da wurde gewühlt und gekämpft, Bartolo und Subotic warfen sich in jeden Ball, auch auf dem Boden, Jackson machte seine Arme noch ein wenig länger – und Mayo dirigierte seine Truppe sicher ans Ende der wilden Fahrt.