Saisonauftakt in Göttingen: Jackson führt die Baskets zum Sieg

Saisonauftakt in Göttingen : Jackson führt die Baskets zum Sieg

Die Bonner Telekom Baskets gewinnen zum Saisonauftakt in Göttingen mit 86:79. Der Center glänzt dabei mit einem Double-Double. Bonns Charles Jackson nahm in der Partie eine wichtige Rolle ein.

Predrag Krunic ging schnellen Schrittes zur Mittellinie und schüttelte Johan Roijakkers die Hand, dann drehte er sich um, reckte die Arme mit zwei ausgestreckten Zeigefingern Richtung Gästetribüne und dankte den etwa 80 mitgereisten Bonnern für ihre Unterstützung. Beim 86:79 (23:21, 26:26, 19:16, 18:16)-Sieg feierten die Telekom Baskets einen gelungenen Auftakt.

Nachdem der Bonner Trainer vom Coach der BG Göttingen die ersten Glückwünsche der Saison in der Basketball-Bundesliga entgegengenommen hatte, holte er sein Team zum engen Kreis zusammen und sprach ein paar Worte. Er war wohl zufrieden. Die Baskets hatten in der Offensive ordentlich funktioniert, stark gereboundet und durch das Abstellen des defensiven Hauptproblems namens Michael Stockton in Durchgang zwei nicht ganz souverän einen geglückten Saisonstart gefeiert.

„Das war ein wichtiger Sieg für uns alle“, sagte Krunic. „Der Schlüssel war, dass unsere Verteidigung in der zweiten Halbzeit nur noch 32 Punkte zugelassen hat – auch weil wir Stockton in den Griff bekommen und bei nur noch vier Punkten gehalten haben.“

Nach einer langen Vorbereitung wollten die Bonner wissen, wo sie denn stehen. Was funktioniert gut, was noch nicht? Endlich der erste Vergleich unter Wettkampfbedingungen. Wie Bonn hatte Göttingen im Vorfeld etwa gegen die belgischen Erstligisten Aalst und Brüssel gewonnen, aber daraus ließen sich noch keine Schlüsse über tatsächliche Stärken ziehen. Immerhin: Die Baskets hatten Filmmaterial. Auf dem müsste eigentlich zu sehen gewesen sein, wie sehr Spielmacher Stockton und sein kongenialer großer Partner Darius Carter das Göttinger Spiel dominieren.

Bonner kamen gut in die Partie

Krunic musste sein Team daran erinnern, denn Stockton machte zunächst, was er wollte. Er passte punktete, zog beinahe nach Belieben zum Korb. Die Bonner Starter kamen offensiv gut in die Partie. Die zweite Fünf benötigte ein paar Angriffe, ehe die Rädchen ineinandergriffen. Schon vor dem Seitenwechsel allerdings hatten die Baskets deutliche Vorteile aus der Distanz und beim Rebound. Viele hatten sich gefragt, wie schwer der Wechsel von Center Julian Gamble nach Nanterre wog und ob man ihn überhaupt ersetzen kann. Charles Jackson hatte schon in Spiel eins nach Gamble eine Antwort in Form eines ansehnlichen Double-Doubles aus 17 Punkten und 13 Rebounds parat. Zur Erinnerung: Gamble hatte nach seinem Wechsel von Brüssel nach Bonn deutlich mehr Anlaufzeit benötigt.

Jackson war es auch, der nach einem vergebenen Dreierversuch Josh Mayos den Ball noch flott mit dem Buzzer zur Bonner 49:47-Halbzeitführung im Korb unterbrachte. Eine deutliche Ansprache von Krunic dürfte das ihm und seinen Teamkameraden aber nicht erspart haben. Was tun gegen einen Alleinunterhalter? Krunic ist ein glücklicher Mann: Er hat den besten Verteidiger der Liga in seinem Team. Den setzte er auf Stockton an. Und Yorman Polas Bartolo ging effektiv wie immer seiner Leidenschaft nach. Er hetzte den Sohn der NBA-Legende John Stockton übers Feld. Roijakkers musste ihn, nachdem Stockton vor der Pause fast durchgespielt hatte, zwischendurch auf die Bank holen, wollte er den Aufbauspieler nicht schon vor der Crunchtime verschleißen.

Insofern waren die Baskets in der Lage, die Partie mit ein wenig mehr Dominanz zu spielen. Jackson rackerte unter dem Korb, Ra'Shad James ließ hier und da sein Können aufblitzen, und das Stammpersonal bewies, dass in der Sommerpause weder der immer wenn nötig fallende Dreier von Mayo noch die guten Crunchtime-Entscheidungen von TJ DiLeo gelitten hatten.

„Die Bonner haben uns nach der Pause mit ihren Veränderungen wirklich Schwierigkeiten gemacht“, sagt der an die Kette gelegte Stockton. „Es hat zu lange gedauert, bis wir darauf wirklich reagieren konnten. Aber Bonn hat das auch gut gemacht, sehr physisch gespielt und nicht unverdient gewonnen.“

Mit ein paar kleinen Fehlern erlaubten die Baskets, die zwischenzeitlich schon mit 13 Punkten geführt hatten (67:54, 28.), Göttingen zwar noch einmal, bis auf vier Punkte heranzukommen (79:75, 37.), aber Mayo nahm den Veilchen per Dreier abschließend den Wind aus den Segeln.

Schon am Mittwoch (18 Uhr) geht es für die Baskets weiter: Zum ersten Heimspiel kommt Braunschweig in den Telekom Dome.

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