Champions-League-Spiel gegen Nanterre: Klare Niederlage für die Telekom Baskets Bonn

Champions-League-Spiel gegen Nanterre : Klare Niederlage für die Telekom Baskets Bonn

Die Telekom Baskets Bonn haben im Champions-League-Spiel gegen Nanterre einen herben Rückschlag einstecken müssen. Nach einem guten Start brachen die Bonner nach der Pause ein und wurden im Schlussviertel vorgeführt.

Einen herben Rückschlag haben die Telekom Baskets am dritten Spieltag in der Basketball-Champions-League einstecken müssen. Gegen Nanterre 92 musste sich die Mannschaft von Cheftrainer Predrag Krunic nach einem Einbruch in der zweiten Halbzeit und einen 7:28-Offenbarungseid im Schlussviertel mehr als verdient mit 57:81 (11:17, 19:18, 15:23, 7:28) geschlagen geben. Dabei versäumten es die Bonner ihren guten Start auszubauen und brachten die mit dem Bonner Anfangstempo überforderten Gäste durch personelle Wechsel und einen damit herbeigeführten Bruch im Spiel selbst wieder in die Partie.

Am Ende hatte die Bonner das Rebound-Duell – sonst eine ihrer Stärken – mit 32:37 verloren, eine unterirdische Dreierquote von 15% und 53% an der Freiwurflinie standen auf dem Arbeitszeugnis. „So wollen wir nie wieder Basketball spielen. Nicht europäisch, nicht in der Bundesliga“, sagte der immer noch konsternierte TJ DiLeo nach der Partie.

Julian Gamble sah sich den kurzen Spot zur Einstimmung aufs Spiel genau an. Als Josh Mayo über die Leinwand flimmerte, versuchte er, Blickkontakt zu seinem ehemaligen Teamkapitän aufzunehmen, aber der war mit der Bonner Mannschaftsvorstellung beschäftigt. Hugo Invernizzi stieß Gamble an und sagte etwas zu seinem Center, für den die Partie an alter Wirkungsstätte ganz offensichtlich keine normale war.

Das hatte auch sein Nachfolger auf Bonner Seite, Charles Jackson, verinnerlicht, der von der ersten Minute an zeigte, dass er sich gegen seinen Vorgänger keine Blöße geben wollte. Ihm gelangen mehr Punkte (10:6), aber Gamble griff sich an seinen alten Brettern mehr Rebounds (9:3).

Josh Mayo brachte an der Freiwurflinie die ersten Punkte auf die Anzeigetafel, es dauerte bis zur vierten Minute, ehe Gamble an der Freiwurflinie für die Gäste zum 1:7 punktete. Auf der anderen Seite drehte sich Jackson um Gamble und erhöhte auf 9:1 (5.). Einziger Wermutstropfen zu dieser Zeit: Das frühe zweite Foul von Ra’Shad James, der sich fortan beim Bälleklauen ein wenig zurückhalten musste. Dabei dominierten die Bonner die Partie gerade mit einem Tempo, dem die Franzosen nicht folgen konnten.

Als TJ DiLeo – sonst eher ein Freund des gepflegten Korblegers - abhob und zum 15:4 dunkte, sprang die Bonner Bank begeistert auf. Die Baskets gingen mit einer 17:11-Führung ins zweite Viertel, in dem Predrag Krunic seiner Starter zunächst weiter auf der Bank ließ und den Franzosen so ermöglichte bei etwas geringerem Tempo besser in die Partie zu kommen. Als sie auf 15:17 herangekommen waren, sah sich Krunic gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um den Spielfluss der Gäste zu unterbrechen. Aber Gamble glich zum 17:17 aus (13.) und die Partie sah nun Kontrahenten auf Augenhöhe. Mit dem letzten Angriff der ersten Halbzeit wartete DiLeo lange ab, um keine Spielzeit mehr für die Franzosen übrig zu lassen, zog zum Korb und legte ihn kurz vor dem Buzzer zur 35:30-Führung in den Korb.

Auch nach dem Seitenwechsel ließen sich die Franzosen nicht abschütteln, im Gegenteil. Demetrius Treadwell besorgte in der 29. Minute die erste Gästeführung (49:48) und den nach einigen unglücklichen Offensivaktionen verunsicherten Bonnern glitt die Partie aus den Händen. Die Franzosen hatten sich in einen erfolgversprechenden Rhythmus gespielt und im für ein Spiel im europäischen Wettbewerb mit 3500 Zuschauern gut gefüllten Telekom Dome wurde es leiser.

Da hatte sich ein bisschen Schockstarre über die Ränge gelegt und auf dem Feld wollte kaum noch etwas gelingen. Weder defensiv noch offensiv. Das letzte Viertel geriet zu einer Demütigung, an deren Ende sich die Baskets 24 Punkte Differenz und damit eine gewaltige Hypothek fürs Rückspiel und Pfiffe der Zuschauer gefallen lassen mussten-

Telekom Baskets: Reischel 2 Punkte, Subotic 2, James 10, Jackson 11, DiLeo 11/1 Dreier, Bartolo 10, Mayo 11/2, Webb III, Jasinski, Falkenstein.
Nanterre: Treadwell 6, Juskevicius, Konate 7/1, Gamble 6, Invernizzi 6/2, Waters 20/1, Palsson 13/3, Senglin 20/3,, Carne 3/1.

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