1. FC Köln: Sportchef Schmadtke gesteht Fehler ein

1. FC Köln : Sportchef Schmadtke gesteht Fehler ein

Dem 1. FC Köln fehlen Außenstürmer. Mit drei Spielern war der FC in Kontakt, doch ein Transfer ließ sich nicht realisieren. Kölner wollen sich in der Winterpause verstärken.

Im Vorfeld des ersten Europapokal-Heimspiels seit 25 Jahren am Donnerstag (19 Uhr) gegen Roter Stern Belgrad hat Jörg Schmadtke, Sportdirektor des 1. FC Köln, mit seiner Gefühlslage nicht hinter dem Berg gehalten. Angesichts der sportlichen Situation könne er sich nicht so recht auf das Europa-League-Spiel freuen. Aus nachvollziehbaren Gründen.

Die Chancen stehen zwar gut, dass das 0:0 von Hannover den Spielern etwas von der verlorenen Sicherheit zurückgibt, zumal die Mannschaft von FC-Trainer Peter Stöger bereits im Spiel zuvor gegen Frankfurt ein besseres Defensivverhalten gezeigt hatte, aber nach wie vor mangelt es in der Offensive an Kreativität, Mut und Durchsetzungswillen.

Zu allem Überfluss fällt mit Marcel Risse ein Hoffnungsträger erneut aus. Der am Meniskus operierte Rechtsaußen fehlte schon in der Vorsaison nach starkem Beginn monatelang wegen eines Kreuzbandrisses. Mit Leonardo Bittencourt, Simon Zoller und Christian Clemens stehen nur noch drei Außenstürmer für die beiden Flügel zur Verfügung, wobei vor allem Christian Clemens weiter im Formtief steckt.

Nun rächt sich, dass im Sommer nicht wenigstens ein weiterer Flügelstürmer verpflichtet wurde. Das habe man geplant, „ist uns aber nicht gelungen“, sagte Jörg Schmadtke. Mit drei Spielern sei man im Gespräch gewesen: „Den einen konnten wir nicht überzeugen, zu kommen. Einer ging zu einem italienischen Spitzenclub, und einer sollte erst zehn Millionen Euro, dann auf einmal über 20 Millionen kosten, weshalb wir nicht weiter verhandelt haben.“

Bei dem Profi, der nach Italien ging, kann es sich um Linksaußen Adam Ounas (20), der von Girondins Bordeaux zum SSC Neapel wechselte, oder um Rechtsaußen Yann Karamoh (19) handeln, der von SM Caen an Inter Mailand ausgeliehen wurde.

Offenbar konnte auch Ihlas Bebou (23) von Schmadtke und Stöger nicht überzeugt werden, rheinaufwärts nach Köln zu wechseln. Der Stürmer kam in der Vorsaison beim Zweitligisten Fortuna Düsseldorf als Rechtsaußen auf fünf Treffer und zehn Torvorbereitungen. Im Sommer entschied er sich, nach Hannover zu gehen. Angeblich wurde dem Togolesen, für den Hannover fünf Millionen Euro zahlen musste, dort ein höheres Gehalt geboten.

Gegenüber Sky hatte Jörg Schmadtke kürzlich erklärt, es wäre vermessen zu sagen, „dass wir alles richtig gemacht haben. Im Moment muss man feststellen, dass uns der eine oder andere Spieler noch guttun würde“. Man habe den Kader nicht in der Breite, sondern in der Spitze verbessern wollen. „Das ist uns zugegebenermaßen nicht gelungen.“

Mit der Selbstkritik einher geht bei dem Geschäftsführer die Überlegung, in der Winter-Transferperiode im Januar nochmals nachzukaufen. Wobei Jörg Schmadtke stets betonte, dass dann nur selten Spieler zu haben seien, die einem sofort helfen könnten. Das Geld für die eine oder andere Verpflichtung sei jedenfalls vorhanden, bestätigte Finanzchef Alexander Wehrle.

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