Über 6400 Mitglieder anwesend: Rekordbeteiligung bei Mitgliederversammlung des 1. FC Köln

Über 6400 Mitglieder anwesend : Rekordbeteiligung bei Mitgliederversammlung des 1. FC Köln

Mit mehr als 6400 Mitgliedern beteiligen sich an der Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln - ein Rekord. Mit lange anhaltendem und stehend vorgetragenem Applaus begrüßten die Fans ihre Mannschaft.

Mit einer Rekordbeteiligung von mehr als 6400 Mitgliedern wurde die Jahreshauptversammlung des 1. FC Köln am Montagabend in der Lanxess-Arena rund eine halbe Stunde später als geplant begonnen. Zum ursprünglichen Beginn um 19 Uhr befanden sich noch rund 1000 Menschen vor der Halle.

Die zuvor höchste Beteiligung wurde 2011 verzeichnet, als 2515 Mitglieder dabei waren, als Wolfgang Overath sein Amt als Präsident im Rahmen einer turbulenten Versammlung niederlegte. Im Vorjahr wurde mit 2189 Mitgliedern das zweitbeste Ergebnis erzielt.

„Das ist eine beeindruckende Kulisse. Die ist für einen Verein mit 100.000 Mitgliedern wider“, meinte Präsident Werner Spinner. Tatsächlich wurde diese Schallmauer in diesem Monat durchbrochen. Am Montag zählte der 1. FC Köln 100.419 Vereinsmitglieder.

Mit lange anhaltendem und stehend vorgetragenem Applaus begrüßten die Fans ihre Mannschaft. „Das tut den Jungs gut“, meinte Werner Spinner. Der konnte auch eines jener Mitglieder begrüßen, die seit der Vereinsgründung vor fast 70 Jahren dabei sind: Max Esser. Er war damals schon bei einem der Vorgängervereine seit zehn Jahren dabei.

Er erlebte seither mehrere Stadien in Müngersdorf, in denen der FC spielte. Derzeit stellt sich die Frage, ob über das Jahr 2024 hinaus im jetzigen Stadion gespielt wird. Werner Spinner stellte noch einmal klar, dass ein Ausbau praktisch unmöglich sei. Man habe aber eine Warteliste für 15.000 Dauerkartenkunden. Außerdem wolle man den Stehplatzbereich von 7000 auf 12.000 Plätze ausbauen. Die Frage sei, ob man 100 Millionen Euro in ein altes oder 200 Millionen in ein neues Stadion investieren solle. Keinesfalls wolle man einen Kommerztempel, sondern ein Fußballstadion. Seit der Eröffnung des heutigen Stadions 2004 habe man bis heute rund 100 Millionen Euro Pacht an die Stadt Köln gezahlt.

Auch warb der FC-Präsident dafür, dass die bestehende Regelung beibehalten wird, wonach bis zu 25 Prozent der Anteile der Profi-Abteilung ohne die Zustimmung der einzelnen Mitglieder verkauft werden könnten. Es gehe zudem nicht darum, einen Investor wie bei 1860 München oder dem HSV ins Boot zu holen, sondern wenn, dann eine strategische Partnerschaft einzugehen. Als Beispiel brachte er den FC Bayern ins Gespräch – und erntete einzelne Buh-Rufe und Pfiffe.

Viel Applaus erntete hingegen Alexander Wehrle für seinen Wirtschaftsbericht. Mehrere Rekorde konnte er vermelden, darunter einen Gewinn nach Steuern von 11,1 Millionen Euro. Dadurch steigerte sich das Eigenkapital auf 20,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg auf 129,2 Millionen Euro, in der laufenden Saison werde er auf über 160 Millionen Euro klettern. Gleichzeitig gingen die Verbindlichkeiten auf aktuell 18,7 Millionen Euro zurück. Diese Summe setzt sich aus der Fan-Anleihe in Höhe von 15,5 Millionen und 3,2 Millionen Euro zusammen, die an Banken zurückzuzahlen sind. Drei private Geldgeber wurden ausbezahlt.

Allein im Fan-Artikelbereich wurde mit 13,77 Millionen Euro Umsatz der vierte Rekord in Folge aufgestellt. Mitte November werde man, so Alexander Wehrle, ein großes Geschäft im Kölner Hauptbahnhof einrichten. Ein lukratives Geschäft dürfte auch der Verkauf des Jubiläumstrikots ab Februar sein. Im Inneren schmücken es historische Aufnahmen. Limitiert wird es auf 13.248 Stück, angelehnt an das Gründungsdatum, den 13.2.1948.

Auch Alexander Wehrle betonte noch einmal, wie interessant der 1. FC Köln für ausländische Investoren ist. In den letzten zwei Jahren hätte er monatlich Angebote zum Verkauf von Club-Anteilen erhalten. Man werde sich aber niemals abhängig machen von einer Privatperson.

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