Jahresrückblick in der Voreifel: Skurriles, Ärgernisse, Unfälle und ein Wunder

Jahresrückblick in der Voreifel : Skurriles, Ärgernisse, Unfälle und ein Wunder

Das Jahr 2018 taucht bald schon vollständig im Rückspiegel auf. Die Redaktion des GA blickt auf das Jahr zurück, das in Rheinbach, Meckenheim und Swisttal weitaus mehr zu bieten hatte als einen Rekordsommer und ein bitteres WM-Aus von Jogis Jungs.

Manche Bahnprojekte dauern eben ein wenig länger: Seit mehr als zehn Jahren warten die Menschen in Meckenheim darauf, dass die Nördliche Stadtumgehung gebaut werden kann. Was fehlt, ist das grüne Licht der Bahn, die zuvor noch die sogenannte Eisenbahnkreuzungsvereinbarung unterzeichnen muss. Das ganze Jahr hindurch stehen die Meckenheimer und ihre Gäste – mehr oder weniger – geduldig an den beiden Bahnübergängen am Baumschulenweg und an der Kalkofenstraße, wenn die Schranken an der S 23 heruntergelassen sind. Doch Ende November kündigt die Bahn den Baubeginn der Unterführung unter dem Gleiskörper in Höhe der Kalkofenstraße für Dezember 2022 an.

Im Juni hält ein bewaffneter Mann aus Heimerzheim die Polizei in Atem: Mehr Waffen als zuerst angenommen besitzt der 46-Jährige, der einen Großeinsatz der Polizei in Heimerzheim auslöst. Mit einem Jagdgewehr samt Zielfernrohr über der Schulter verlässt der Heimerzheimer nach einem Familienstreit ein Wohnhaus an der Kölner Straße und irrt durch den Ort. Ein Polizist stoppt den alkoholisierten Mann während seiner Flucht an einem Feldweg zwischen Euskirchener Straße und A 61 mit einem gezielten Schuss ins Bein. Zuvor hatte er sein Gewehr in Richtung der Polizisten gerichtet.

Gefängnismauer hängt am Haken

Ebenfalls im Juni tut sich an der Rheinbacher Justizvollzugsanstalt (JVA) aus Sicht der Häftlinge Verblüffendes. Ein Teil der Gefängnismauer hängt am Haken. Grund: An der geöffneten Außenumwehrung entsteht eine besonders gesicherte Baustelleneinfahrt, damit auf dem JVA-Gelände innerhalb von 18 Monaten eine neue Werkhalle gebaut werden kann. Aber keine Sorge: Die Baustelle selbst ist mit einer mehr als sechs Meter hohen provisorischen Mauer sowie mit Kameras, Sensoren und Widerhakensperrdraht gesichert.

280 Tonnen Schutt liegen Ende Juli auf der A565 bei Meckenheim. Sie sind die Überbleibsel des nächtlichen Abrisses der Brücke über die A 565 bei Merl. Zuvor stellen Fachleute im Auftrag des Landesbetriebs Straßen.NRW fest, dass die 1973 gebaute Spannbetonbrücke nicht mehr verkehrssicher ist. Zwischen den Anschlussstellen Meckenheim-Nord und Merl ist die viel befahrene Autobahn für rund 34 Stunden gesperrt. Zwar wehrt sich die 61 Meter lange Autobahnquerung lange gegen ihren Abriss, letztlich läuft aber aus Sicht der Fachleute alles wie am Schnürchen. Ende 2019 soll an gleicher Stelle eine neue Brücke entstehen.

Riesige Rauchwolke über Ollheim

Brennende Ballen mit Plastikmüll sorgen im September für einen Großeinsatz von rund 100 Feuerwehrleuten in Ollheim aus. Eine riesige schwarze Rauchwolke steigt über dem Firmengelände eines Entsorgungsunternehmens auf. Die Feuerwehr gibt nach Messungen in Swisttal sowie an der Grenze zu Meckenheim und zu Alfter Entwarnung: In den Qualmwolken sind keine erhöhten Werte giftiger Stoffe festzustellen.

Der nächste Großeinsatz nur wenige Tage später: Bei einem Ausflug zum Junggesellenfest in Heimerzheim verletzen sich 22 junge Leute schwer, als sie in einem Kreisel mit einem Traktoranhänger umkippen. Rund 100 Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten aus dem gesamten Rhein-Sieg-Kreis, Euskirchen, Brühl, Wesseling und Köln sind an der Unfallstelle an der L 163 im Einsatz. Es dauert Wochen bis alle Schwerverletzten die Krankenhäuser verlassen können.

Ein stetes Ärgernis ist der Stauumfahrungsverkehr an der A 61. Immer dann, wenn es sich auf der Nord-Süd-Verbindung gen Süden staut, suchen sich Autos und Lastwagen einen Weg durch Dörfer wie Wormersdorf oder Altendorf-Ersdorf, um der stehenden Blechlawine zu entgehen. Zwar weist ein großes Verkehrsschild am Kreisel nach Wormersdorf darauf hin, dass die Durchfahrt für Brummis über 7,5 Tonnen verboten ist, doch dieses Verbot missachten viele Lkw-Lenker. Zum Jahresende gründet sich eine Bürgerinitiative.

Zweigstelle einer Schule ist doppelt so teuer

Über Kommunalgrenzen hinweg arbeiten die Stadt Rheinbach und die Gemeinde Alfter zusammen, um eine Dependance der Gesamtschule Rheinbach zu errichten. Mit großer Euphorie stößt die Alfterer Kommunalpolitik im Februar ein neuerliches Verfahren dafür an und treibt dieses im Verlauf des Jahres voran. Im Dezember kommt das böse Erwachen: Die Schaffung der Zweigstelle soll rund 24 Millionen Euro kosten. Zuvor hatten Baukosten in Höhe von rund elf Millionen Euro im Raum gestanden. Ob die Dependance kommt, steht erst Ende Februar 2019 fest. Die Gründung hängt nämlich von der Zahl der Anmeldungen ab.

Anfang November eskaliert der Streit in der Rheinbacher CDU. Anlässlich der turnusgemäßen Mitgliederversammlung der Christdemokraten schütten Vertreter zweier Lager der Partei gegenseitig persönliche Anfeindungen und Vorwürfe en masse übereinander aus. Bei der eigentlichen Wahl des Parteichefs wird Amtsinhaber Markus Pütz wiedergewählt. Im Dezember erklärt die Partei, dass die Lager aus dem Fraktionsvorstand und dem Stadtverbandsvorstand wieder zueinander finden wollen.

Eine Art Weihnachtswunder geschieht in Rheinbach: Nach dem Brand von zwei Gruppenbauwagen des Waldkindergartens sorgt ein Großspender aus Nürnberg dafür, dass die Elterninitiative schon rasch zwei neue Bauwagen anschaffen kann. Eine Stiftung stellt die 80.000 Euro zur Verfügung. Unbekannte hatten die beiden provisorischen Gruppenwagen des Waldkindergartens nach Erkenntnissen der Polizei offenbar mit Hilfe von Brandbeschleuniger angezündet.

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