Lieblingsweihnachtslieder: Musiker aus der Region verraten ihre liebsten Weihnachtslieder

Lieblingsweihnachtslieder : Musiker aus der Region verraten ihre liebsten Weihnachtslieder

Bei dem einen steht James Last ganz oben, bei dem anderen ist es „Ich steh an deiner Krippe(n) hier“ von Johann Sebastian Bach: Musiker aus dem Vorgebirge und der Voreifel verraten ihre liebsten Weihnachtslieder.

Am Heiligen Abend vor der Krippe stehen und Weihnachtslieder singen. Diese urdeutsche Tradition wird auch im digitalen Zeitalter gepflegt. Alle Generationen vereint vor dem Stall von Bethlehem. Ein Lied fehlt fast nie: „Stille Nacht, heilige Nacht“. Am Heiligen Abend 1818, also exakt vor 200 Jahren, erklang das Stück aus der Feder von Joseph Mohr, vertont vom Lehrer Franz Xaver Gruber, zum ersten Mal. Und zwar in der Sankt-Nikola-Kirche in Oberndorf im Salzburger Land. Wir haben Musiker aus dem Linksrheinischen gefragt, welche Lieder sie Weihnachten am liebsten singen, spielen oder hören.

Eva-Maria Wüllrich, Sängerin und Chorleiterin aus Alfter, favorisiert das Lied „Ich steh an deiner Krippe(n) hier“. Johann Sebastian Bach hat das Stück im Jahre 1736 vertont. Der 15-strophige Text, erstmals im Jahre 1653 veröffentlicht, stammt vom lutherischen Theologen, Kirchenlieddichter und Lyriker Paul Gerhardt. „Der Text ist hoch emotional“, sagt Wüllrich, „es geht um das Staunen darüber, dass das Wunder der Weihnacht zur Gewissheit wird“.

Der Ich-Erzähler offenbare sich dem Jesuskind in Form einer „Meditation“ vor der Krippe. Die vierte Strophe lautet: „Ich lag in tiefster Todesnacht/Du warest meine Sonne/Die Sonne, die mir zugebracht /Licht, Leben, Freud und Wonne. O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht/Wie schön sind deine Strahlen.“

Am Heiligen Abend wird Eva-Maria Wüllrich auch dieses Lied mit ihrer Familie vor der Krippe singen. Am ersten Weihnachtstag leitet sie um 18.30 Uhr den Volmershovener Kirchenchor in der Festmesse.

Theo Klein, Schlagzeuger der Alfterer Band Cortingas, hört sich Weihnachten auf jeden Fall „Driving home for Christmas“ von Chris Rea an. „Der Rhythmus, das Arrangement, die Stimme, das alles packt mich, ich kann mich dem nicht entziehen“, sagt Klein. Er ist aber auch ein Fan des Big-Band-Sounds. James Last wird er auflegen, eventuell auch Max Greger, Bert Kaempfert oder Helmut Zacharias. Ihm gefällt der swingende „Happy-Sound“ dieser Musiker sehr. Am meisten mag Klein aber die Amerikaner wie den Trompeter Herb Alpert und den Jazzer Tony Bennett mit seinem Christmas-Album. Und klassische Chöre, die klassische Weihnachtslieder singen, dürfen bei Klein auch nicht fehlen: „Zu Bethlehem geboren“ und „Stille Nacht“ gehören für ihn natürlich auch zum Fest.

Hagen Fritzsche ist selbstständiger Musiker, Pianist, Trompeter, Arrangeur und Chorleiter. Seit 2010 leitet der Waldorfer professionell Chöre im Köln-Bonner Raum. Seit 2012 ist er Keyboarder und Trompeter in der Kölner Mundartband „Kuhl un de Gäng“. Im Dezember 1992, er war gerade mal fünf Jahre alt, gestaltete der Männerchor, den sein Vater dirigierte, ein Adventskonzert. Fritzsche war begeistert von der Klangpracht des Gesangs und ganz besonders vom Adventslied „Es kommt ein Schiff geladen“. Er meint heute: „So gesehen ist dieses Lied gar keine richtiges Weihnachtslied, gehört aber seitdem fest zu meiner Vorbereitung auf das Weihnachtsfest dazu. Vielleicht hat dieses frühe Kindheitserlebnis dazu beigetragen, den Weg des Berufsmusikers zu ergreifen.“

Bernd Schumacher, Sänger der Rheinbacher Band Tiebreaker und Buchautor, sagt, für ihn sei „O Tannenbaum“ das schönste Weihnachtslied. „Es weckt, wenn ich es höre oder singe, Erinnerungen an die Heiligabende meiner Kindheit. Wenn das Glöckchen erklang, durften meine Geschwister und ich ins Wohnzimmer.“ Dann habe sich die Familie um den Baum versammelt und als erstes Lied „O Tannenbaum“ gesungen. „Der festlich geschmückte Baum mit seinen Lichtern und brennenden Wunderkerzen erzeugten in mir ein Gefühl der Glückseligkeit. Natürlich hatte ich dabei auch schon die Geschenke im Auge, die das Christkind für jedes Kind fein sortiert unter dem Tannenbaum abgelegt hatte.“ Erst viele Jahre später habe er erfahren, dass „O Tannenbaum“ im 19. Jahrhundert ursprünglich in Anlehnung an ein Liebeslied entstand, indem der beständige Tannenbaum als sinnbildlicher Gegensatz zu einer untreuen Geliebten benutzt wurde.

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