Stauumfahrung: Zu viel Verkehr auf der L471 in Altendorf-Ersdorf

Stauumfahrung : Zu viel Verkehr auf der L471 in Altendorf-Ersdorf

Eine örtliche Bürgerinitiative und Meckenheimer Kommunalpolitiker haben über Wünsche und neue Ansatzpunkte für die Verkehrsberuhigung an der L471 in Altendorf-Ersdorf diskutiert. Der Austausch war rege.

Schleichverkehr, Lkw und zu wenige Kontrollen des Durchfahrverbots waren in den vergangenen Wochen immer wieder Themen im Doppelort Altendorf-Ersdorf. Viel zu viel Verkehr fließt zu Stoßverkehrszeiten durch den Ort, sobald es sich auf der Autobahn staut. Die Bewohner sehen ihre Lebensqualität sowie die Sicherheit der Kinder und älteren Menschen gefährdet. Eine Bürgerinitiative hatte deshalb nun Vertreter der Politik eingeladen, sich vor Ort ein Bild von der Situation zu machen. Bürgermeister Bert Spilles, der technische Beigeordnete Heinz-Peter Witt, Mitglied des Kreistags Joachim Kühlwetter, die Ortsvorsteher Ferdinand Koll und Ralf Decker, viele Ratsmitglieder und Parteivertreter waren der Einladung gefolgt.

Schon auf dem Kirchplateau wurden die wichtigsten Standpunkte geklärt. Eindringlich bat Josef Kessel, einer der Gründer der Initiative, die anwesenden Politiker, sich über die Parteigrenzen hinweg für Lösungen der Verkehrsprobleme in Altendorf-Ersdorf zu engagieren. Gegen den Vorwurf, bisher habe die Politik nichts unternommen, verwahrte sich der Bürgermeister: „Wir haben das Thema immer wieder in den Ausschüssen und im Rat besprochen, und wir suchen immer wieder nach Lösungen. Machen Sie Vorschläge!“

Kessel verwies darauf, dass bereits im Jahre 2004 ein Verkehrskonzept von einem Fachunternehmen erstellt worden sei. Weil er wie seine Mitstreiter davon ausgehe, dass dieses Unternehmen sein Fach verstehe und somit das Konzept hinsichtlich der technischen Vorgaben Hand und Fuß haben müsse, verlangte er im Namen der Initiative die Umsetzung der im Konzept vorgesehenen Maßnahmen. „Das ist ein Konzept. Ein Konzept ist keine Planung“, erklärte der technische Beigeordnete den Unterschied. Der Bürgermeister fügte hinzu: „Wir haben hier zusätzlich das Problem, dass wir uns hier zwar viel wünschen können. Aber uns gehört die Straße nicht.“

Stadt darf nicht entscheiden

Damit verwies er auf einen der Kernpunkte des Problems. Weil die Straße als Landstraße klassifiziert ist, gehört sie dem Land. Somit verfügt die Stadt Meckenheim nicht über die Entscheidungsmöglichkeiten, die sie bei eigenen Straßen hätte. Und selbst da sei nicht alles möglich und man müsse sich an bestehende Vorschriften halten, so Spilles. Dies hatten jüngst auch die Anwohner der Danziger Straße bei der Ablehnung einer weiteren 30er-Strecke erfahren müssen, weil dort die rechtlichen Grundlagen fehlten. „Ich kann Ihren Unmut und Ihre Sorgen gut nachvollziehen“, so Spilles. „Wir sind heute hier, um Ihre Vorschläge zu hören und neue Ansätze zu finden.“

Im Laufe der Ortsbegehung besprachen Politiker und Bürger die besonderen Gefahrenpunkte. An der Kirche und in ihrer Nähe gibt es keinen gesicherten Überweg, auf dem es beispielsweise für Rollstuhlfahrer möglich wäre, die Straße sicher zu überqueren. Auf dem Gehweg sind Kinder mit dem Fahrrad, Rollstuhlfahrer und Rollatornutzer wegen der teilweise Jahrhunderte alten Häuser und Höfe, die an verschiedenen Stellen weit in den Bürgersteig hineinragen, gezwungen auf die Straße auszuweichen. Hier wünschte man sich eine Gehwegverbreiterung. Außerdem wünschte man sich Tempo 30 auf der kompletten Ortsdurchfahrt mit der Begründung, dass hier Kinder und alte Menschen dicht an dicht mit dem Verkehr und manchmal zwangsläufig auf der Straße unterwegs seien.

„Es gibt hier nur an der Schule einen Zebrastreifen“, schilderte Valerie Mehlan die Situation der Schulkinder, die vom Ersdorfer Ortsteil jenseits der Hauptstraße jeden Morgen zur Schule gehen. „Die müssen über diesen schmalen Gehweg und da rauscht der Verkehr teilweise knapp neben den Köpfen der Kinder mit Tempo 50 vorbei.“ Tatsächlich ist an der gezeigten Stelle, wie in vielen Bereichen der seit dem Mittelalter zusammengewachsenen Dörfer, der Gehweg kaum breiter als 50 Zentimeter. Die Alternative wäre für die Kinder ein unbeleuchteter, oft matschiger Umweg durch die Felder.