Interview mit Zugleiter Jürgen Morche: Zug in Bornheim braucht sechs Monate Vorbereitung

Interview mit Zugleiter Jürgen Morche : Zug in Bornheim braucht sechs Monate Vorbereitung

Jürgen Morche organisiert seit elf Jahren den Karnevalszug Hersel-Uedorf. Welche Herausforderungen es gibt und was dieses Jahr die Highlights werden, verrät er im Interview.

Mit dem Karnevalszug an diesem Sonntag wird in den beiden Rheinorten Uedorf und Hersel der Höhepunkt der fünften Jahreszeit gefeiert. Es ist logistische Feinarbeit, wenn sich ab 13.30 Uhr die Prunkwagen, Fußgruppen und Musiktrupps an der Heisterbacher Straße/Ecke Altmühlstraße in Uedorf aufstellen. Die rund 2,6 Kilometer lange Wegstrecke führt wie jedes Jahr zur Rheinstraße in Hersel. Dafür, dass alles reibungslos verläuft, sorgt seit 2008 Zugleiter Jürgen Morche. Mit ihm sprach .

Den Karnevalszug stellen Sie in diesem Jahr zum elften Mal auf die Beine. Gab es Schwierigkeiten?

Jürgen Morche: Überhaupt nicht. Ich habe den Vereinen die entsprechenden Anmeldeunterlagen früh zukommen lassen, entsprechend pünktlich kamen auch die Zusagen. Es ist ziemlich aufwendig, da die Teilnehmer eine ganze Reihe von Papieren vorzulegen haben. So muss für jedes mitgeführte Fahrzeug ein kopierter Kfz-Schein und ein Versicherungsschein vorhanden sein. Die Prunkwagen, die Personen mitführen, brauchen außerdem ein Tüv-Gutachten.

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Morche: Die ersten Arbeiten beginnen immer im Oktober. Dann werden die Teilnehmer vom vorhergehenden Jahr angeschrieben. Eine Haftpflichtversicherung für den Zug muss abgeschlossen, die Musikgruppen engagiert werden. Das kostet Zeit. Insgesamt bin ich mit der Organisation ein halbes Jahr regelmäßig beschäftigt.

Morche: Das liegt an der Gründung der Vereinsgemeinschaft 1982, als die Vereine beider Dörfer sich zusammenschlossen. Seit dem ersten Jahr gibt es auch einen gemeinsamen Zug. Im Laufe der Jahre hat sich auch die Zusammensetzung der Teilnehmer ein wenig verändert. Nahmen in den ersten Jahren eher Jecken aus Hersel teil, so ist das Verhältnis aus beiden Orten seit einigen Jahren ziemlich ausgeglichen.

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Morche: Ja. Zum ersten Mal geht im Zug eine Musikgruppe aus Süddeutschland mit. Das verdanken wir eher einem Zufall. Denn die bereits eingeplanten Musiker aus Sechtem haben kurzfristig abgesagt. Da brauchte ich schnell Ersatz. Ein Bekannter aus Roisdorf empfahl mir die „Sulgemer Löschligugger“, die seit Jahren den Roisdorfer Karnevalszug musikalisch begleiten. Und die werden auch am Sonntag an der Spitze laufen. Die meisten Gruppen machen allerdings jedes Jahr mit.

Morche: Zu den Rennern gehören Las Vegas, Casino, Asterix und Obelix. So hat sich die Gruppe Schmölzje 661 das Motto „Wir spinnen wie die Römer“ gesetzt. Die KG „De Veedelspänz“ zeigt den „Zirkus em Veedel“, bei der Herseler-Wirth-Schule „sitzen alle in einem Boot“ und die Widdiger Mädche finden, dass „Schmetterlinge überall sind, auch im Widdiger Karneval“. Eine Überraschung wird als Höhe- und Schlusspunkt der Prunkwagen der Rhingprinzessinne sein, den 30 Narren des Theatervereins begleiten werden.

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Morche: Die „Stäänefleejer“ aus Hersel werden nach sechs Jahren zum letzten Mal mitlaufen, denn die Gruppe wird sich – leider – nach der Session auflösen. Das kommt auch in ihrem Motto „Old but gold, heute Disco, morgen Rente“ deutlich zum Ausdruck. Im Unterschied dazu feiert die Rhönradgruppe des Herseler Turnvereins in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Die starten unter dem Motto „Zirkus Turni, Tierisch was los“.

Morche: Das sind eindeutig die Germania Funken Hersel, die unter dem Thema „Nur die Liebe zählt“ mit gleich 50 Personen dabei sein werden.

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Morche: Nein. Wir haben keine besonderen Probleme. Der Alkohol spielt keine große Rolle, die Wegstrecke verläuft bis auf zwei kleine Kurven ziemlich geradlinig. Die beiden für Hersel zuständigen Bornheimer Polizeibeamten Günther Karger und Bernd Großmann werden an der Spitze den Zug begleiten, ich selbst werde immer wieder überall nach dem Rechten sehen. Außerdem werden rund 60 Wagenengel an den Seiten der Prunkwagen aufpassen, dass die Zuschauer nicht zu nahe kommen.

Morche: Ich gehe in Zivil und trage einen schwarzen Anzug mit dem Logo der Vereinsgemeinschaft am Kragen. Außerdem bin ich an der gelben Warnweste zu erkennen.

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Morche: Es gibt keine von der Vereinsgemeinschaft organisierte zentrale Feier. Allerdings richten die Vereine für ihre Mitglieder an verschiedenen Örtlichkeiten Partys aus. So feiert der Turnverein am Sportplatz und der Theaterverein im katholischen Pfarrheim.

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Morche: Da ich auch Prinzenführer der Rhingprinzessinne bin, werden die Tollitäten, das Gefolge und ich bei den einzelnen Partys vorbeischauen. Und vielleicht finden wir irgendwann und irgendwo die Gelegenheit, uns in Ruhe hinzusetzen und den Tag Revue passieren zu lassen.

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