Landstraße 182 wird saniert: Ab Juli wird zwischen Heimerzheim und Brenig gebaut

Landstraße 182 wird saniert : Ab Juli wird zwischen Heimerzheim und Brenig gebaut

Die Sanierung der L 182 zwischen Heimerzheim und Brenig ist gesichert. Rund vier Millionen Euro stehen im Landeshaushalt 2019 für die Arbeiten bereit.

Jetzt ist es amtlich: Ab Juli dieses Jahres kann mit der Sanierung der L 182 zwischen dem Dützhof bei Heimerzheim und der Kreuzung Hellenkreuz bei Bornheim begonnen werden. Die Straße muss dafür über Monate komplett gesperrt werden. Die Pläne lagen schon lange in den Schubladen des Landesstraßenbauamtes. Nach einem Gespräch von Gerhard Decker, dem Leiter der Euskirchener Niederlassung von Straßen.NRW, mit Vertretern des Landesverkehrsministeriums ist nun auch klar, dass die Finanzierung des Projekts gesichert ist. Das bestätigte Werner Engels, Projektleiter Bau bei Straßen.NRW, dem General-Anzeiger bei einem Ortstermin an der viel befahrenen Landstraße.

Rund vier Millionen Euro stehen im Landeshaushalt 2019 bereit. Obwohl hoch priorisiert, war die von der Politik seit Jahrzehnten geforderte Sanierung – besonders die frühere Landtagsabgeordnete Ilka von Boeselager hatte sich dafür eingesetzt – stets daran gescheitert, dass das Land das zur Verfügung stehende Geld in andere Maßnahmen steckte. Der Zustand der L 182 mit zahlreichen Rissen, Löchern und Dellen hatte immer wieder Anlass zur Kritik gegeben.

Die Straße trägt den Verkehr aus dem Raum Swisttal und Euskirchen in Richtung Bornheim, Wesseling, Bonn und zurück. Etwa 11 500 Fahrzeuge rollen laut einer Zählung aus dem Jahre 2015 täglich über den Abschnitt zwischen Heimerzheim und Brenig. Etwa 900 davon sind Lkw, für die es ausgesprochen gefährlich ist, wenn sie auf die ausgefahrenen Fahrbahnränder geraten – besonders bei Nässe. Es gibt zahlreiche Schlaglöcher und Reifenspuren neben der Fahrbahn, die an einigen Stellen wie ein Flickenteppich aussieht.

„Jetzt können wir endlich bauen, die Maßnahme ist fest eingeplant“, sagt Engels. Im März folgt noch ein Abstimmungsgespräch mit Vertretern der Polizei, der Bezirksregierung, des Rhein-Sieg-Kreises, der Stadt Bornheim sowie den Gemeinden Swisttal und Bornheim. Bei dieser Zusammenkunft wird es auch um die vom Straßenbauamt vorgeschlagene Umleitung gehen. Pkw sollen von Heimerzheim aus über Metternich und Rösberg auf die L 183 in Richtung Bornheim geleitet werden.

Umleitung über A61

Lkw müssen von Heimerzheim aus über die A 61 bis zum Bliesheimer Kreuz, von dort über die A 553 in Richtung Brühl. Von der Abfahrt Brühl/Bornheim können die Brummis dann über Walberberg und Merten in Richtung Bornheim fahren. Im Mai soll die Ausschreibung veröffentlicht werden. Die Firma, die das günstigste Angebot abgibt, bekommt den Zuschlag. Läuft alles glatt, kann sie im Juli mit den Arbeiten beginnen, formuliert Engels das Ziel.

Geplant sind auf der 4,8 Kilometer langen Strecke vier Bauabschnitte, damit die Anlieger möglichst lange ihre Grundstücke anfahren können. Der erste Abschnitt reicht vom Dützhof bis zum Lückenhof (Abfahrt zum Golfplatz Römerhof), der zweite vom Lückenhof bis zum Hof Apfelbacher am oberen Ortsrand von Brenig, der dritte bis zur scharfen Rechtskurve im Rankenberg, der vierte bis zur Kreuzung Hellenkreuz.

Während in den Bauabschnitten 1 und 2 der komplette Unterbau (mindestens 70 Zentimeter tief) mitsamt Schotter und Kies erneuert wird, soll in den Abschnitten 3 und 4 lediglich eine neue Fahrbahndecke aufgetragen werden. Engels hofft, dass die Arbeiten im Frühjahr 2020 beendet sein werden.

Ein exaktes Datum könne er aufgrund der Größe der Maßnahmen mit allerlei Unwägbarkeiten wie etwa dem Wetter im Winter oder instabilem Boden, der dann ausgetauscht werden müsste, nicht nennen.

Entschärfung der Lage

Der Einmündungsbereich der Rheinbacher Straße in die L 182 am Dützhof wird im Zuge der Sanierung ausgebaut und mit einer kleinen Verkehrsinsel versehen. In der Fahrbahnmitte werden Sperrflächen aufgemalt. Aus Richtung Heimerzheim wird eine Linksabbiegespur eingerichtet. Engels erhofft sich damit eine Entschärfung dieses unübersichtlichen Bereiches. Dort kreuzen landwirtschaftliche Fahrzeuge, Radfahrer, Reiter und Wanderer die stark frequentierte Landstraße, was zuweilen zu gefährlichen Situationen führt.

„Ich habe da schon wilde Sachen gesehen“, berichtet Engels. Um den Blitzer zu umfahren, sei ein Autofahrer auf die linke Spur gewechselt. Wäre ein anderes Auto aus der Rheinbacher Straße eingebogen, hätte es zu einem schlimmen Unfall kommen können, so Engels. „Das war schon richtig kriminell.“

Einen Radweg wird es vorerst trotz der vielfachen Forderung aus dem politischen Raum und vom ADFC in Bornheim und Swisttal nicht geben. „Dazu ist ein eigenes Planfeststellungsverfahren notwendig“, erklärt Engels. Ein derartiges Verfahren dauere sehr lange. Daran seien Grundstückseigentümer und Behörden zu beteiligen. Dieses Verfahren böte auch die Möglichkeit zur Enteignung, sollte sich ein Eigentümer weigern, Land zu verkaufen.