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„Mons Sanctae Walburgis“: Walberberg feiert sein 900. Ortsjubiläum

„Mons Sanctae Walburgis“ : Walberberg feiert sein 900. Ortsjubiläum

1118 wurde Walberberg erstmals urkundlich erwähnt. Dazu hat die Pfarrgemeinde ein Festprogramm organisiert. Den Anfang machen am Sonntag eine Messe, eine Andacht und ein Vortrag.

„900 Jahre Mons Sanctae Walburgis“: Mit zahlreichen Festveranstaltungen erinnert die Pfarrgemeinde St. Walburga an die erste Erwähnung des Bornheimer Ortsteils Walberberg im Jahre 1118 in einer Urkunde des Klosters Herzogenrath (Annales Rodenses), in der es um die Schenkung eines Weinberges am Sankt Walburgisberg an die Abtei Klosterrath ging. Im Fokus der Festivitäten steht dabei stets das Leben und Wirken der Heiligen, die als Namensgeberin des Ortes gelten kann.

Traditionell feiert die Gemeinde ihr Patrozinium am 25. Februar, dem Todestag Walburgas (710 bis 779). In diesem Jahr werden am Sonntag die heilige Messe um 9.30 Uhr und die Andacht um 17 Uhr in besonderer Weise an die Namenspatronin erinnern.Den Festvortrag um 17.45 Uhr im Haus im Garten hält Spiritual Axel Hammes vom Erzbischöflichen Theologenkonvikt Collegium Albertinum in Bonn.

„Die heilige Walburga war über die Jahrhunderte prägend für den Ort, auch wenn sich der Stellenwert der Religion im Laufe der Zeit verändert hat“, erklärt Walburga-Kenner Hans Dieter Wirtz, der mit einer Gruppe von Eichstätt-Pilgern – dort ist die Grablege der heiligen Benediktinerin – und dem Pfarrausschuss monatelang das Jubiläum vorbereitet hat.

So werden in der Walburga-Woche von Freitag, 27. April, bis Sonntag, 6. Mai, nicht nur musikalische Höhepunkte zu hören sein. Auch szenische Darstellungen und ein Musical werden das Leben der Heiligen beleuchten.

Die heilige Walburga prägte den Ort

Ein Jubiläumsbuch in einer Auflage von 700 Stück, das im April erscheint, thematisiert unter anderem die Geschichte der Walburga-Verehrung in Walberberg und die Verbundenheit zu anderen, von der Heiligen geprägten Orten. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres werden im Oktober Gläubige deutscher und europäischer Walburga-Gemeinden in Walberberg erwartet. „Manche Gemeinden wurden zwar nach der Reformation evangelisch. Aber auch sie werden wir einladen“, sagt Wirtz und lacht.

Die Verehrung der Gläubigen im Vorgebirge für die aus England stammende angelsächsische Adlige ist groß. Sie kam als Missionarin nach Deutschland, wurde Äbtissin eines Klosters in Heidenheim und später in Eichstätt begraben. Als um 1060 der Kölner Erzbischof Anno II. die Hirnschale und den Wanderstab Walburgas als Reliquien dem Dorf „Berg“ oder „Berech“ – im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Bezeichnung das heutige Walberberg meint – schenkte, änderte der Ort Ende des 11., Anfang des 12. Jahrhunderts seinen Namen in „Berg der heiligen Walburga“. Lateinisch „Mons Sanctae Walburgis“.

Anziehungspunkt für Pilger

Im Laufe der Zeit entwickelte sich Walberberg zu einem Anziehungspunkt für Pilger, der nach einem kurzen zwischenzeitlichen Abflauen während der Gegenreformation im 16. Jahrhundert durch die Jesuiten, die damals das geistliche Leben Walberbergs prägten, neuen Aufschwung erhielt. „Die Jesuiten brachten dann allerdings unsere Reliquien nach Köln.

Dort wurden sie auch so komfortabel eingefasst wie wir sie heute sehen. Bis 1772 erhielten die Walberberger ihre Reliquien nur Pfingstmontag für einen Tag zurück. Seitdem findet an diesem Tag auch bei uns die Kirmes statt“, weiß Wirtz. Den Einfluss der „Gesellschaft Jesu“ auf den Walburga-Kult spürt man bis heute. Denn seit damals werden regelmäßig Andachten mit Hilfe eines Andachtsbuches gehalten.

Und jedem Walberberger sind die Gedenktage der Heiligen wie der 1. Mai (Tag der Heiligsprechung), 4. August (Tag der Überfahrt von England zum Kontinent) und 12. Oktober (Tag der Beisetzung in Eichstätt) geläufig. „Wir haben es geschafft, das Andenken wach zu halten“, zeigt sich Wirtz zufrieden. Und er hofft, dass es auch in Zukunft so bleiben wird. „Walburga steht für Aufbruch, denn sie hat England verlassen, um einem fremden Land den christlichen Glauben zu bringen. So ein Mut zählt auch noch heute“, findet Wirtz.