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Bürgermeisterkasse gestohlen: Mitglieder der Gullydeckel-Bande bekommen Haftstrafe

Bürgermeisterkasse gestohlen : Mitglieder der Gullydeckel-Bande bekommen Haftstrafe

Die Mitglieder der Gullydeckel-Bande mussten sich vor dem Bonner Landgericht verantworten. Sie hatten mehrere Einbrüche begangen, unter anderem ins Bornheimer Rathaus. Der Haupttäter bekam mehrere Jahre Haft.

Fast immer nutzten sie bei ihren Einbrüchen einen Gullydeckel – entweder, um sich Zugang zu Gebäuden zu verschaffen, oder aber um später den gestohlenen Tresor damit zu öffnen. Deswegen mussten sich fünf junge Männer seit Ende Januar vor der 2. Großen Jugendkammer des Bonner Landgerichts verantworten. Gegen drei Angeklagte wurde nun ein Urteil ausgesprochen.

Der 31-jährige Haupttäter wurde wegen besonders schweren Diebstahls in sechs Fällen und einem versuchten Diebstahl zu einer Gesamtfreiheitsstrafe in Höhe von fünf Jahren und zehn Monaten verurteilt. Ein 28-Jähriger muss wegen zweifachen Diebstahls, den er unter laufender Bewährung beging, für drei Jahre und sechs Monate in Haft.

Der dritte Angeklagte im Bunde, ein erst 19-Jähriger, der bei einem Einbruch als Mittäter beteiligt war, muss 1200 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen und steht zunächst für zwei Jahre unter Beobachtung. Wenn er innerhalb dieser Zeit gegen das Gesetz verstößt, kann er zu einer Jugendstrafe in Höhe von einem Jahr verurteilt werden. Gegen zwei weitere mutmaßliche Mittäter, die sich nach wie vor in Schweigen hüllen, läuft das Verfahren weiter.

Begonnen hatte die Diebestour der Männer, die immer in unterschiedlichen Konstellationen unterwegs waren, unmittelbar nach Weihnachten 2013 im Bornheimer Rathaus. Nach zwei weiteren Einbrüchen in eine Bäckerei sowie eine Apotheke im südhessischen Bensheim verschlug es die Männer wieder nach Bornheim. Auch dort räumten sie zunächst eine Bäckerei aus, um ihr Glück schließlich erneut im Bornheimer Rathaus zu versuchen. Grund dafür war ein Insider-Tipp, der nach Einschätzung des Gerichts von der Schwester des 31-Jährigen kam, gegen die gesondert ermittelt wird. Nach einem missglückten Versuch wurde bei einem zweiten Einbruch schließlich die Bürgermeisterkasse mit fast 5000 Euro Bargeld entwendet. Zuletzt folgte ein Einbruch in eine Bäckerei in Bonn.

Bei der Urteilsverkündung wies der Vorsitzende Richter Wolfgang Schmitz-Justen den 31-jährigen Haupttäter wegen seines Verhaltens vor Gericht noch einmal zurecht. Zwar zeigte sich dieser schon von Prozessbeginn an geständig, versuchte jedoch seine Mittäter zu schützen. „Wenn Sie hier den Helden spielen wollen, dann können Sie das gerne machen. Dann geht Ihre Strafe aber trotz des Geständnisses wieder rauf“, mahnte Schmitz-Justen. Sowohl der 31-Jährige als auch der 28 Jahre alte Mitangeklagte sind bereits mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Raubes und Diebstahls, aber auch wegen Körperverletzung. Der 19-Jährige ist bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Die mehrjährigen Haftstrafen gegen zwei der jungen Männer, so der Richter abschließend, seien noch im unteren Drittel des möglichen Strafrahmens und daher vertretbar.