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Deutliche Abfuhr für Bergbau-Pläne am Sonnenhof

Deutliche Abfuhr für Bergbau-Pläne am Sonnenhof

Parteien im Kölner Regionalrat wollen hart bleiben und den Kiesabbau im Erholungsgebiet. "Kölns Regierungspräsident Hans Peter Lindlar (CDU) mag noch so stur an seinem Lieblingsprojekt Quarzkies-Abbau am Sonnenhof in der Nachbarschaft von Rösberg, Merten und Hemmerich festhalten, die Fraktionen im Kölner Regionalrat werden auch nach den Kommunalwahlen dem Bergbau-Vorhaben auf der Ville-Höhe im Herzen des Naturparks Rheinland kein grünes Licht geben.

" Der Landschafts-Schutzvereins Vorgebirge (LSV) hatte die Politiker im Regionalrat um Stellungnahmen gebeten und angekündigt, diese der Presse und den Vereinsmitgliedern zuzuleiten, damit - so Vorsitzender Klaus Fietzek - "die Haltung der Fraktionen zu den Bergbauplänen am Sonnenhof kurz vor den Kommunal- und Kreistagswahlen noch einmal für die Bürgerschaft sichtbar wird."

Die CDU, die in der zu Ende gehenden Wahlperiode mit den Grünen die Mehrheit im Regionalrat hat, beharrt auf ihrem Standpunkt, "dass die Bezirksregierung ein ordnungsgemäßes Verfahren durchführen muss und der Regionalrat eine entsprechende Konzentrationszone ausweisen soll, um Abgrabungen an anderer Stelle wirksam verhindern zu können." Ihr Fraktionsvorsitzender Stefan Götz weist in dem Schreiben zudem darauf hin, dass "der Sonnenhof nach den bisher vorliegenden Angaben die geringste Ergiebigkeit bei der größten Flächeninanspruchnahme mit sich bringt und lehnt eine Vorfestlegung auf den Sonnenhof" deshalb ab. Horst Becker, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Regionalrat, fordert, "Quarz-Rohstoffe gebündelt in Regionen mit bereits existierendem Braunkohleabbau abzubauen". Der Landtagsabgeordnete verlangt von Lindlar "eine sachgerechte, nachvollziehbare und widerspruchsfreie Bedarfsermittlung und -prognose für diesen Rohstoff". Die Grünen sichern dem LSV zu, dass sie sich auch in Zukunft "nicht nur im Regionalrat Köln, sondern auch auf Kommunal- und Kreisebene sowie auf Landesebene dafür einsetzen werden, dass das Abgrabungsvorhaben Sonnenhof niemals realisiert wird und der Lebens- und Erholungsraum der Bornheimer Bevölkerung auch in Zukunft lebenswert bleibt."

Deutlich reagiert auch Achim Tüttenberg, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD: "Wir lehnen den brutalen Angriff des CDU-Regierungspräsidenten Lindlar auf unsere heimische Vorgebirgslandschaft mit aller Energie und aller Entschlossenheit ab. Es wird von der SPD keine Zustimmung zu einer Regionalplanänderung geben, die im linksrheinischen Kreis den großflächigen Quarzkiesabbau ermöglicht."

Auch die FDP ist gegen das Vorhaben des Regierungspräsidenten. Ihr Fraktionsvorsitzender Rudolf Finke versichert dem LSV, dass "ein Durchziehen eines von wem auch immer bevorzugten Projekts Sonnenhof nach den Wahlen nicht zu befürchten ist. Die FDP gibt dem Natur- und Landschaftsschutz sowie der Erholungsfunktion den Vorrang." Gegenüber dem Sonnenhof habe eine Konzentrationszone "Weilerswist Nord" den Vorrang.

So erfreut wie Klaus Fietzek über diese Stellungnahmen auch ist, so ist sich der LSV-Vorsitzende dennoch sicher, dass den Bornheimern ein "heißer Herbst" bevorsteht. Die Bezirksregierung habe schließlich angekündigt, dass Thema "Quarzkies-Abbau" nach den Wahlen wieder auf die Tagesordnung des Regionalrates zu setzen: "Wir wissen, wie beratungsresistent Lindlar in dieser Sache ist. Hoffentlich begreift er, dass wir beharrlicher sind!"