Bornheim warnt vor Abbau am Sonnenhof

Die Bezirksregierung Köln setzt mit dem Sonnenhof auf das falsche Pferd: So warnt Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler in einem offenen Brief die Mitglieder des Regionalrats eindringlich, bei der Sitzung am Freitag in Aachen einer Konzentrationszone für Quarzkiesabbau am Sonnenhof zuzustimmen.

Einzig eine Erweiterung der Grube Weilerswist-Nord könne weitere Abgrabungen und die damit einhergehende Zerstörung von Landschaft in der Region verhindern, argumentiert die interfraktionelle Arbeitsgruppe "Quarz", die mit Henseler alle Argumente gegen den Sonnenhof zusammengetragen hat.

In dem Schreiben an die Regionalratsmitglieder kritisiert Henseler die Kölner Bezirksregierung: Diese habe die Prüfaufträge der Fraktionen in der Regionalratssitzung vom Mai "nur deshalb so schnell" bearbeiten können, "weil sie mit alten Daten gearbeitet hat". Köln gehe außerdem von einer Lagerstätte "hochreinen weißen Quarzkieses" am Sonnenhof aus, ohne das dies der geologische Dienst nachgewiesen habe.

Argumente, mit denen sich die Bezirksregierung gegen den Abbau-Standort Witterschlick als Ergänzung zu Weilerswist ausspricht, ließen sich ebenfalls auf den Sonnenhof anwenden, so Henseler. Hier wie dort seien Konflikte mit der Umwelt zu erwarten, wobei das Projekt "Sonnenhof" auch noch den Bau einer Quarzkies-Waschanlage erfordere und Schwerlastverkehr zum Abtransport nach sich ziehen würde.

Die Bezirksregierung habe offenbar kein Interesse daran, dem Regionalrat eine Übersicht über wirklich alle Alternativen zu verschaffen. Sonst würde nämlich deutlich, wie gering der Gewinn am Sonnenhof im Vergleich zur zerstörten Fläche ausfallen würde. "Der Regionalrat ist Herr des Verfahrens", rief Henseler die Fraktionen auf, sich gegen die Bezirksregierung durchzusetzen.