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Landschaftsschützer fordern Gutachten

Landschaftsschützer fordern Gutachten

Michael Pacyna spricht der Firma Euroquarz im Namen des Vereins die Kompetenz ab. Als "grotesk" wertet der Landschafts-Schutzverein Vorgebirge (LSV) den Versuch der Firma Euroquarz, die Versorgungssicherheit mit Bier, Trinkwasser und Handys mit dem Abbau-Vorhaben "Sonnenhof" zu verknüpfen.

Der diplomierte Geograph Michsel Pacyna als LSV-Vize fordert stattdessen von dem Unternehmen, die Qualität des Kiesvorkommens unter dem Sonnenhof nachzuweisen mit der Expertise, die Euroquarz selbst in Auftrag gegeben, aber bisher nicht veröffentlicht hat. Unterdessen spricht Pacyna der Firma jegliche Kompetenz ab, den Wert der Landschaft für die Naherholung zu beurteilen. Der "Zweckverband Naturpark Rheinland" habe das betroffenen Gebiet als ein "stark frequentiertes Erholungsgebiet" und das Dobschleider Tal als "einen schützenswerten Bereich von geologischer Bedeutung" bezeichnet.

Selbst die Bezirksregierung, die das Abbauprojekt verteidigt, zähle zu dem vorgesehenen "Reservegebiet" auch die unter Naturschutz stehende Waldfläche "In der Roten Maar", einem laut Pacyna "von gefährdeten Arten besiedelten Feuchtwaldkomplex höchster ökologischer Wertigkeit".

"Selbstverständlich würde ein Kiesabbau die angrenzenden Wanderwege durch Lärm, Staub und Verkehr völlig entwerten", so Pacyna. Denn er rechnet weiter mit Schwerlastverkehr, auch wenn die Euroquarz Abtransport mit Transportbändern zu der Kiesgrube Weilerswist-Nord angekündigt hatte: "Der Vertrag zur gemeinsamen Nutzung des Kieswerkes Weilerswist wurde Anfang 2007 von Euroquarz selbst gekündigt."

Unrealistisch sei auch der Verweis von Euroquarz auf attraktive Badeseen, die aus ehemaligen Kiesgruben entstanden sind. Bei einer Nassauskiesung unter Grundwasserspiegel sei dies möglich, gestand Pacyna ein. Rund um den Sonnenhof aber liege das Grundwasser so tief, dass selbst die Krater, die der Quarzabbau schaffen werde, nicht das Grundwasser erreichen könnten. bb