Theatergelände am Buchholzweg: Freilichtbühne Alfter muss das Piratenschiff abbauen

Theatergelände am Buchholzweg : Freilichtbühne Alfter muss das Piratenschiff abbauen

Der Rhein-Sieg-Kreis mahnt eine fehlende Genehmigung für mehrere Bauten rund um die Hauptbühne an. Der Verein hofft, für das Tipi noch eine Lösung zu finden.

Wo im Sommer noch Jim Knopf und die Wilde 13 das Sagen hatten, müssen nun die Mannen des Vereins „Freilichtbühne Alfter“ im wahrsten Sinne des Wortes klar Schiff machen: Der Rhein-Sieg-Kreis hat angemahnt, dass auf dem Theatergelände am Buchholzweg „diverse Bauten“ rund um die Hauptbühne nicht genehmigt sind. Dazu zählen auch das Piratenschiff und das Tipi.

Bärbel Steinkemper, die die Pressearbeit für den Verein macht, bestätigt auf GA-Nachfrage, dass der Verein das Piratenschiff abbaue. „Das Schiff wird aber auch für die nächste Saison nicht mehr gebraucht“, sagt Steinkemper, da der Verein dann nach zwei Jahren „Jim Knopf“ ein neues Stück spielen wolle. „Die kleine Hexe“ soll es werden: „Wir brauchen eher einen Blocksberg“, sagt Steinkemper, insofern hätte das Schiff „ohnehin abgebaut werden müssen.“ Im Eingangsbereich und rund um die Bühne seien „ein paar Anbauten im Übereifer entstanden“, so Steinkemper weiter. Die Bühne selbst sei aber ordnungsgemäß genehmigt. Unter anderem sei eine Cafeteria aufgebaut worden, die wieder neu geplant werde.

Wie Kreissprecherin Rita Lorenz schildert, hatten Mitarbeiter des Kreises sich Ende Dezember „vor Ort alles angeguckt“ und den Verein angeschrieben, dass die Bauten abgerissen werden müssten oder ein Baugenehmigungsverfahren erforderlich sei. An diesem wären auch die Landschaftsschutzbehörde und die Gemeinde Alfter zu beteiligen, da die Fläche im Außenbereich liege. Ebenfalls auf dem nahe gelegenen Gelände des ehemaligen Ausflugslokals „Heimatblick“ hatte der Kreis vergangenen Sommer festgestellt, dass einzelne Anbauten nicht zulässig waren (der GA berichtete).

Frage des Landschaftsschutzes

Inzwischen habe mit dem Verein der Freilichtbühne ein Gespräch vor Ort stattgefunden, schildert Lorenz. Wenn der Verein die nicht genehmigten Bauten abbaue, dann wäre die Sache für den Kreis erledigt, so die Sprecherin.

Nicht so einfach wie beim Piratenschiff, das der Verein nicht mehr benötigt, ist die Lage allerdings beim Tipi. In dem etwa sieben Meter hohen Zelt bietet ein Team um Monika Timme-Hafner Märchenstunden, Theater- und Achtsamkeitskurse sowie Ferienprogramme an. Für sie sei es unverständlich, dass das Tipi dem Landschaftsschutz entgegenstehen solle, sagt Timme-Hafner. Zumal insbesondere die Achtsamkeitskurse sich auch um das Thema Natur drehten – also gerade im Sinne des Landschaftsschutzes seien.

Sie seien durchaus bereit, das Zelt der Umgebung vielleicht noch besser anzupassen, hofft sie auf Kompromissbereitschaft beim Kreis. Und auch wenn noch nicht feststehe, wie es mit dem Tipi weitergehe, betont Timme-Hafner: „Dieses Jahr läuft mit dem Programm noch alles wie geplant“ – notfalls müsse das Zelt eben für jeden Kursus extra auf- und abgebaut werden. Das wäre allerdings mit enormem Aufwand verbunden: Der Aufbau dauere mit zwei Personen etwa sechs Stunden, der Abbau zwei Stunden, sagt Timme-Hafner.

Kreissprecherin Anja Roth erläutert dazu, dass der Kreis dem Verein Gespräche angeboten habe und dass dieser auch einen Bauantrag zur nachträglichen Genehmigung von Bauten stellen könne.

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