Kommentar zur AfD-Protestaktion: Flagge zeigen

Kommentar zur AfD-Protestaktion : Flagge zeigen

Es ist schon unglücklich, dass sich Troisdorfs CDU und FDP nicht an dem „bunten“ Protest gegen den AfD-Parteitag am 4. März in der Stadthalle beteiligen wollen.

Beiden Parteien wäre sicherlich kein Zacken aus der Krone gebrochen, bei einem breit aufgestellten Protest gegen rückwärtsgewandte Politik und nationalistische Töne mitzumachen. In welcher Form auch immer.

„Echte Fakten statt Trillerpfeifen“ – diese von den Liberalen ausgegebene Losung im Umgang mit den Rechtspopulisten greift zu kurz. Wer wirklich etwas unternehmen will, sollte über die Fakten hinaus auch auf der Straße Flagge zeigen. Denn nur dann entfaltet der Protest auch seine volle Wirkung.

Das war ja das Eindrucksvolle an der Anti-AfD-Demo im vergangenen Jahr in Siegburg: Da waren Vertreter quer durch alle Parteien sowie von Kirchen, sozialen Einrichtungen und Gewerkschaften dabei. Und mit Bürgermeister Franz Huhn trat ganz selbstverständlich auch ein CDU-Mann als Redner beim bunten Bündnis auf. Warum? Weil es um die Sache ging und darum, ein Zeichen zu setzen.Ganz ähnlich war übrigens der Protest am Sonntag gegen den AfD-Landesparteitag in Oberhausen aufgestellt, wo lokale Politiker aus dem ganzen Parteienspektrum von der CDU bis zur Linken an den Gegenveranstaltungen beteiligt waren.

Bedauerlich ist, dass aus der Absage von CDU und FDP parteipolitisches Gezänk wird: Die aufgeregte Reaktion des Juso-Kreisvorsitzenden Mario Dahm war arg übertrieben. So schmiedet man keine Bündnisse.

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