Grünkonzept in Sankt Augustin: Debatte um neue Pflanzen für die Rathausallee

Grünkonzept in Sankt Augustin : Debatte um neue Pflanzen für die Rathausallee

Die Stadt Sankt Augustin möchte die Grünflächen an der Rathausallee neu gestalten und den Pflegeaufwand reduzieren. Doch es gibt Kritik an den Kosten und der Verhältnismäßigkeit.

Von Osterglocken, die bereits im Frühjahr in kräftigem Geld blühen, bis zu Staudenpflanzen, die möglichst das ganze Jahr über Farbe an den Straßenrand bringen: Die Stadt Sankt Augustin möchte die Pflanzflächen an der Rathausallee im Zentrum aufwerten. Die Pläne für die Neugestaltung hat die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Umwelt-, Planungs- und Verkehrsausschusses vorgestellt – und dabei deutlichen Gegenwind von einigen Fraktionen erhalten.

Laut dem Ersten Beigeordneten Rainer Gleß ist die Rathausallee in den 90er Jahren umgestaltet worden. „Alles, was damit einhergeht, ist in die Jahre gekommen“, sagte er. Das liege bei den Randbereichen an den Klimaextremen, aber auch an Baustellen, die die Beete beeinträchtigt hätten. „Unser Ziel ist, eine moderne und attraktive Optik zu erhalten und die Biodiversität zu erhöhen“, so Gleß. Zudem solle der Pflegeaufwand reduziert werden, der in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden sei. Sechsmal im Jahr müsste der Bauhof dafür zur Zeit ausrücken.

Die Grünstreifen entlang der Rathausallee seien voller Lücken und bestünden vor allem aus Sträuchern und Wiesenstücken, erklärte auch Nina Ganteföhr vom Büro für Natur- und Umweltschutz (BNU) der Stadt Sankt Augustin. Zusammen mit dem Bauhof hat das BNU das Konzept erarbeitet. Die alten Sträucher sollen nun entfernt und der Boden ausgetauscht werden. Stattdessen sollen Extensivgrünland, Frühjahrsblüher und Staudenmischpflanzen ausgesät werden. Das Extensivgrünland, das vor allem aus Wildblumen bestehe, müsse zweimal im Jahr gemäht werden, die Stauden einmal. „Die Stauden sehen ganzjährig schön aus. Und sie sind mit ihren tieferen Wurzel gut für die Wasserversickerung“, so Ganteföhr. Die Bäume sollen hingegen erhalten bleiben. Vorgesehen ist laut Stadt, die Arbeiten ab 2020 in drei Abschnitte aufzuteilen. Das Konzept stehe aber noch unter dem Vorbehalt der Finanzierung, sagte Gleß. Die Kosten belaufen sind auf 295 400 Euro für den Bau und 21 300 Euro für das Material.

An den Kosten hängte sich im Anschluss auch die Diskussion auf. „Ich halte den Zustand nicht für so desaströs, gerade mit Blick auf die Kosten“, sagte Karl-Heinz Schütze, der sachkundiger Bürger für die FDP ist. Peter Kespohl von der SPD formulierte es deutlich überspitzter. „Ist das schon Luxus, was wir hier machen? Zulasten welcher Maßnahme in den Ortsteilen geht das?“, fragte er. Auf die Verhältnismäßigkeit wies auch Claudia Feld-Wielpütz (CDU) hin. „Wir haben im Stadtgebiet massive Probleme, was den Straßenbelag angeht. Wir müssen uns deshalb intensiv mit den Kosten auseinandersetzen“, sagte sie und brachte ein Gesamtkonzept ins Spiel.

Hinter das Konzept stellten sich hingegen Wolfgang Köhler vom Aufbruch und Christian Günther (Grüne). Günther sah ebenfalls den Kostenfaktor, aber die Neugestaltung entspreche dem Ziel der Grünen, die Artenvielfalt zu erhöhen. „Wir können damit einen wertvollen Beitrag auf den Weg bringen“, sagte auch Köhler. Luxus ist die Neugestaltung aus Sicht des Ersten Beigeordneten „definitiv nicht“. Die Verwaltung wolle tun, was aus ökologischer und stadtgestalterischer Sicht nötig sei. Dabei komme auch die Gestaltung und Bepflanzung in den Stadtteilen nicht zu kurz, so Rainer Gleß.

Die Christdemokraten meldeten schließlich Beratungsbedarf an. Das Thema soll in einer der kommenden Sitzungen wieder auf die Tagesordnung.

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