Entwicklungspotenzial: Sankt Augustin hat noch Filet-Grundstücke

Entwicklungspotenzial : Sankt Augustin hat noch Filet-Grundstücke

Stadt will neue Ansiedlungen im Zentrum sorgfältig ausloten. Freiflächen befinden sich unter anderem noch an der Hochschule, der Rathausallee und an der Haltestelle "Kloster".

Entwicklungspotenzial im Zentrum – das gibt es kaum noch in Städten. In Sankt Augustin sieht die aktuelle Sachlage, was mögliche neue Ansiedlungen in bester Lage anbelangt, vergleichsweise sehr gut aus. Entsprechend gut war die Stimmung im Zentrumsausschuss am Dienstagabend, als der Erste Beigeordnete Rainer Gleß die vorhandenen Flächen rund um das Zentrum, auf denen es noch Raum für neue Ansiedlungen gibt, vorstellte.

„Der Druck auf den Kessel wird größer“, führte Gleß in seinen Vortrag ein. Die Zeiten, in denen es null Resonanz auf eine Ausschreibung von zentralen Flächen gegeben habe, seien definitiv vorbei. Dennoch betonte der Technische Beigeordnete, dass man sich Zeit lassen wolle, um eine möglichst passende und auch gewinnbringende Vermarktung dieser wertvollen Flächen zu erreichen. „Wir können das Zentrum gestalten statt verwalten, das hebt uns deutlich ab von anderen Mittelstädten“, sagte Gleß. Er mahnte jedoch auch immer wieder an, dass man sich Zeit nehmen müsse, um die beste Möglichkeit der Entwicklung dieser Flächen zu finden und gleichzeitig auch das Zentrum nicht mit zu vielen Baustellen zu überlasten.

Parkplatz entlang der Rathausallee: Aus dem einstigen Kerngebiet wurde 2016 ein Mischgebiet (MI 1 und MI 2). Dort ist jetzt großflächiger Einzelhandel verboten, Wohnen jedoch ohne Einschränkung möglich. 14.500 Quadratmeter stehen auf den beiden Baufeldern zur Verfügung – und das in allerbester Lage gleich gegenüber dem Huma-Center. Ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung sei das Wohnen im Zentrum, so Gleß. Bis zu fünf Geschosse könnten neue Gebäude entlang der Rathausallee haben, viel Potenzial für Gewerbe und Wohnraum. Ein Expertenworkshop, der auch die Nachbarn wie die Hochschule und Vertreter des Einkaufscenters mit ins Boot nimmt, soll einen Realisierungswettbewerb, begleitet von einem externen Planungsbüro, vorbereiten. Die gefundenen Ausschreibungskriterien werden dem Rat erneut vorgelegt, bevor die Flächen vermarktet werden.

Alter Sportplatz: Gleich hinter den beiden Baufeldern befindet sich das MI 3 auf dem ehemaligen Sportplatz des Rhein-Sieg-Gymnasiums. Diese Fläche wird von der Stadt nicht angetastet, sondern ist alleine für mögliche Erweiterungspläne der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg reserviert. Im Anschluss an dieses Gebiet gibt es noch das Baufeld MI 4. Dort stehen aktuell die Übergangscontainer für das Jugendzentrum Matchbox, dessen Räume an der Bonner Straße aktuell neu gebaut werden.

Klosterhöfe:Ungefähr 10.000 Quadratmeter Fläche direkt an der S-Bahn-Haltestelle „Kloster“ der S 66 stehen ebenfalls in exponierter Lage zur Verfügung. „Dort ist baulich viel denkbar“, sagte Gleß. Möglich seien Beherbergungen, kirchliche, kulturelle oder sportliche Nutzungen. Allerdings sollen diese Fläche noch zurückgehalten werden, um die Baubelastungen im Zentrum in Grenzen zu halten.

Am Butterberg:Diese Fläche ist mit sechs Hektar (entspricht 60.000 Quadratmetern) die größte in Zentrumsnähe. Dort gibt es bisher noch keinen Bebauungsplan, die Fläche wird jedoch als Sonderbaufläche für Gebäude aus dem Bereich Gesundheit, Wissenschaft und Forschung vorgehalten. Derzeit werden die bestehenden Konzepte aus den 90er Jahren nochmal aktualisiert.

Steyler Missionare:Auch an der Arnold-Janssen-Straße gibt es noch Flächen, die genutzt werden könnten. Rund 10.000 Quadratmeter auf dem Areal der Steyler könnten verdichtet werden. Man sei in Gesprächen, sagte Gleß.

Kreuzung Südstraße/Bonner Straße:An dieser viel befahrenen Kreuzung liegt auf dem alten Bauhofgelände bereits eine Planung vor, die derzeit insbesondere wegen der Regelung des Verkehrs überprüft wird. Gegenüber gehört der Stadt noch ein kleineres Grundstück an der Wehrfeldstraße. Auch diese Bebauung könne nur nach Klärung der Verkehrsbelastung geplant werden, sicherte Gleß auf Anfrage von Claudia Feld-Wielpütz (CDU) zu.

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