Mittelalterlicher Ort in Hennef: Marode Mauer in Blankenberg soll saniert werden

Mittelalterlicher Ort in Hennef : Marode Mauer in Blankenberg soll saniert werden

Die Stadt Hennef will die mittelalterliche Stadt Blankenberg attraktiver machen. Neben dem Bau eines Kultur- und Heimathauses und der Lösung des Verkehrsproblems als größter Baustein gehört dazu auch die Sanierung der Stadtmauer.

Seit mehr als einem Jahr beschäftigt sich die Stadt Hennef mit einem Integrierten Handlungskonzept, das die mittelalterliche Stadt Blankenberg attraktiver machen soll. Dazu gehört neben dem Bau eines Kultur- und Heimathauses und der Lösung des Verkehrsproblems als größter Baustein die Sanierung der Stadtmauer.

Laut Architekt Markus Sandner, der gemeinsam mit Geologen, Archäologen und Naturschützern eine Bestandsaufnahme der Schäden am Mauerwerk zu großen Teilen bereits gemacht und dem Ausschuss für Dorfgestaltung und Denkmalschutz einen Zwischenbericht vorgelegt hat, könnte die Sanierung der Stadtmauer im schlimmsten Fall 22 Millionen Euro kosten. Fördermöglichkeiten zur Stadterneuerung wurden von der Bezirksregierung bereits in Aussicht gestellt. Das Integrierte Handlungskonzept, das ebenfalls zu 70 Prozent gefördert wird, ist allerdings die Grundvoraussetzung. Laut Hennefs Planungsamtsleiterin Gertraud Wittmer ist die Stadtmauer als solitäres Projekt nicht förderwürdig.

„Stadt Blankenberg verfügt über ein Mauerwerk von insgesamt 1,5 Kilometer Länge und insgesamt 12 000 Quadratmetern Wandfläche“, sagte Sandner. Bei den Untersuchungen des Mauerwerks seien neben Statikern auch Geologen und Archäologen sowie Landschafts- und Naturschützer und die zuständigen Denkmalbehörden beteiligt gewesen. „Wir haben etwa 30 Kernbohrungen vorgenommen. Zudem hat die Materialprüfungsanstalt Mörtelproben untersucht“, berichtete Sandner.

„Es ergeben sich nun klarere Schadensbilder“. So weise das Mauerwerk neben dem Katharinenturm größere Risse auf. „Dabei handelt es sich um eine sich ablösende Schale von einer vorhergehenden Sanierung“, sagte Sandner. Die Mauer neben der Weinpresse verfüge über keinerlei Fundament und sei deshalb statisch besonders schwierig. Möglichkeiten dort wären neue Aufschüttungen, aber auch Rückverankerungen und Unterfangungen. Eine Sanierung wird laut Sandner zehn Jahre dauern. „Zunächst werden die Abschnitte mit den größten Schäden angegangen“. Um auch nach der Sanierung einem Pflegekonzept und der Instandhaltung der Mauer Rechnung zu tragen, soll dauerhaft eine Bauhütte in Stadt Blankenberg eingerichtet werden. Der Standort dafür steht allerdings noch nicht fest.

Floren- und Faunenkartierung bis zum Herbst

Eine sogenannte Floren- und Faunenkartierung zur Ermittlung des Artenbestandes und schützenswerter Habitate an der Stadtmauer soll bis zum Herbst erstellt werden. Wenn alles nach Plan läuft, könnte der Startschuss für die Sanierung Mitte 2020 fallen. „Wir haben den Hammer bereits in der Hand“, sagte Sandner. Der Ausschuss sprach sich einstimmig für die Fertigstellung des Sanierungskonzeptes aus, sah aber auch Risiken bei den Kosten, da die Stadt in der Sicherungspflicht sei. „Es ist ein Projekt der Hoffnung“, sagte Bodo Lehmann (FDP). „Finanziert werden kann das alles nur, wenn es entsprechende Fördergelder gibt“. Thomas Wallau (CDU) bezeichnetet das Vorgehen als einmalige Chance. „Auch Herr Molitor von der Regionale 2025 hat sich bereits positiv geäußert“, sagte Wallau.

Bei der Lösung des Verkehrsproblems in Stadt Blankenberg gibt es allerdings noch keine eindeutigen Fortschritte. 1400 Fahrzeuge rollen in Spitzenzeiten durch den mittelalterlichen Ort. Im Entwurf eines Verkehrskonzeptes, das vom Ausschuss zur Kenntnis genommen wurde, fanden sich zahlreiche Vorschläge, etwa eine Seilbahn von Stein hoch nach Stadt Blankenberg oder eine Brücke von Adscheid zum mittelalterlichen Ort, die aus diversen Gründen laut Gertraud Wittmer aber nicht umsetzbar sind. Bei sämtlichen Vorschlägen – Einbahnstraßenregelung oder eine temporäre Sperrung von Stadt Blankenberg – sei die Stadt auf den Kreis angewiesen. Eine Abstufung der Kreisstraße 19 zur Gemeindestraße sei kurzfristig nicht realisierbar. Ein Shuttlebus sowie eine temporäre Sperrung durch Abpollerungen scheinen noch die sinnvollsten Möglichkeiten zu sein, um den Bedürfnissen der Bewohner und der Touristen gerecht zu werden. An einer Lösung des Verkehrsproblems will die Verwaltung nun weiter arbeiten.

Mehr von GA BONN