Sanierung oder Neubau?: Lemmerzbad Königswinter: Das Gutachten liegt vor

Sanierung oder Neubau? : Lemmerzbad Königswinter: Das Gutachten liegt vor

Experten schätzen die Kosten für die Sanierung des Königswinterer Hallenbads auf 7,8 Millionen Euro. Die Kosten für den Neubau liegen bei 9,7 Millionen. Die Politiker müssen in der kommenden Woche entscheiden.

Die Generalsanierung des Königswinterer Hallenbades kostet 7,8 Millionen Euro. Das sagt das Gutachten des Euskirchener Ingenieurbüros Blass, über das der Stadtrat bei seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 4. Juli, befinden soll. Bis dahin werden die Fraktionen über das Thema beraten.

Damit wäre eine Sanierung knapp zwei Millionen Euro günstiger als der Abriss des alten Hallenbades und der Neubau, für das derselbe Gutachter eine Summe von 9,7 Millionen Euro errechnet hat. Rund 2,5 Millionen Euro entfallen bei der Sanierung auf die Bauwerk-Betonkonstruktion, 1,8 Millionen Euro auf die technischen Anlagen. Der Gutachter wird sowohl die Vorplanung für Abriss und Neubau als auch die Vorplanung für die Kernsanierung des alten Hallenbades in der Sitzung vorstellen und steht dort für Fragen und Erläuterungen zur Verfügung.

Der Haupt-, Personal- und Finanzausschuss hatte in seiner Sitzung Ende April bei einer Enthaltung einstimmig beschlossen, neben der Neubauvariante auch die Sanierung zu prüfen und gleichzeitig eine Umsetzung in Öffentlich-Privater Partnerschaft (ÖPP) ausgeschlossen. Noch im Oktober hatte die Koalition (CDU, FDP, Grüne Alternative Königswinter) gegen die Stimmen der Opposition entschieden, nur noch den Neubau zu verfolgen, was zu harscher Kritik bei der Opposition und dem Förderverein „Rettet unsere Lemmerzbäder“ geführt hatte.

Der Gutachter stellt fest, dass sich „in der Primärkonstruktion des Hallenbades ein erhebliches Potenzial an korrosiven Eingriffen und Angriffen auf den Bewehrungsstahl des Beckenumgangsbetons befindet“. Dieser sei so weit fortgeschritten, dass die Zerstörung nicht mehr umkehrbar sei. Somit seien weitreichende Sanierungsmaßnahmen für die Beckenumgänge erforderlich.

Schlechtes Zeugnis für Plantschbecken

Durch eingedrungenes chloridhaltiges Beckenwasser seien außerdem sämtliche Bodenbeläge inklusive der Unterbauten zu entfernen und durch fachgerechte keramische Beläge auf alternativen Verbundabdichtungen zu ersetzen. „Diese Maßnahme betrifft das gesamte Gebäude und konnte durch Öffnen der Konstruktion ermittelt werden“, heißt es in dem Gutachten.

Auch der Ausbau des Dusch- und Umkleidebereichs entspricht nach Aussage der Experten nicht mehr heutigen Nutzeranforderungen und ist in seiner Substanz weitgehend abgängig. Das treffe auch für die Abhangdecken der Badehalle zu. Sie müssten durch eine akustisch ausgestattete Unterdecke mit einer korrosiv geschützten Unterkonstruktion ersetzt werden.

Dem Plantschbecken sprechen die Gutachter gleichfalls ein schlechtes Zeugnis aus. Da es nicht den aktuellen Anforderungen entspreche, müsse es vollständig zurückgebaut und mit einer durchgängigen Überlaufrinne ausgestattet werden.

Die Trapezblechschale über Badehalle und Umkleide ist nach Beurteilung der Gutachter nicht für aktuell gültige Schneelasten ausgebildet. Die Sicherheit des Gebäudes werde zurzeit allerdings im Rahmen eines Wartungsvertrages hergestellt. Die Politik hat am kommenden Dienstag die schwierige Aufgabe, sich für eine der beiden Varianten zu entscheiden.

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